…findet selbst angesichts der Löschungswut zahlreicher Verantwortlicher der Loveparade Duisburg, was er sucht. Oft jedenfalls. Und mit etwas Glück and a little Help of Friends. In unserem Fall fanden wir grössere und (soviel sei jetzt schon verrraten) sich widersprechende Grafiken zum Sicherheitskonzept der Loveparade Duisburg 2010 und den geplanten Wegstrecken.
Diese Grafiken öffnen sich in voller Grösse und in einem eigenen Fenster, wenn man auf die kleineren Faksimiles hier im Text clickt.
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Zusammen mit den heutigen Ausführungen des Innenministers von Nordrhein Westfalen Ralf Jäger (hier als *pdf )
präzisiert die hier jetzt in ausreichender Grösse vorliegenden Zeichnungen das Bild erheblich. Zunächst erscheint es fast, als entspreche die erste Grafik, der Wegeplan vom Hauptbahnhof Duisburg zum Gelände der Loveparade Duisburg 2010 exakt der Zeichnung auf der bereits erwähnten kleineren Abbildung. Diese hatten wir auf den 4. Juni 2010 datiert. Die jetzt entdeckte Zeichnung ist neueren Datums. Sie unterscheidet sich von der vorherigen in (mindestens einem) wichtigen Detail.
In der neuen hier zu sehenden Grafik werden die gesperrten Duisburger Strassen innerhalb des Einbahnwegeringes nicht mehr eingezeichnet. Das mag noch der Vereinfachung dienen. Dann hat man die am Veranstaltungsgelände vorbei führende und gesperrte A-59 weder beschriftet noch farblich hervorgehoben. Alle Strassen erscheinen jetzt “einheitsgrau”. Der “Zugweg” ist nicht mehr farblich exponiert. Durch die Einheitsfarbe kann man sowohl auf der Seite der A-59 als auch der Bahngleise die Kreuzungssituation wesentlich schlechter erkennen als vorher.
Um die entscheidende Veränderung an diesem Plan zu erkennen, muss man allerdings sehr genau hinschauen. In der ursprünglichen (kleineren) Fassung ist der Aufgang zur Rampe deutlich unterteilt, der Rampenaufgang zum Gelände deutlich strukturiert. Jeweils zwischen der blau/grünen Spur und der gelb/roten Spur befindet sich “als Trenner” ein Rechteck in ocker (der alten Strassenfarbe). An diesen ist das damals in “türkis” gezeichnete Veranstaltungsgelände ”ocker” überdeckt.
Diese ockerfarbene Trennung fehlt auf dem neuen (grösseren) Bild. Hier geht es unseparierter und daher unstrukturierter auf die Rampe hoch und wieder zurück. Beide Versionen skizzieren das Veranstaltungsgelände sehr vereinfacht und in Bezug auf die Breite des Aufgangs, was die Breite angeht, “schön”gezeichnet”. Die abknickenden Pfeile, die den Rampenaufstieg ins Gelände der Loveparade Duisburg symbolisieren, nehmen fast 80% der Breite des gesamten Veranstaltungsgeländes ein.
Wie immer das Konzept ausgesehen haben mag: zur Orientierung oder gar Anleitung der Besucher auf dem Gelände taugen die Grafiken nicht. Meines Wissens hat man den Besuchern auch keine Flyer am Bahnhof mitgegeben. Dies worde am Wochenende davor bei Still-Leben Ruhrschnellweg besser gelöst. Da bekam jeder Teilnehmer den folgenden Streckenflyer. Ein vergleichbarer Flyer hätte was die Wege auf dem Gelände -so man denn einen Plan hatte- angeht, sicher genützt
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Die zweite Grafik ist völlig neu, mir jedenfalls. Sie gehört zu Daten, die den Löschungsaktionen auf den Servern der Loveparade zum Opfer fielen. Die sind bekanntlich radikal leergeputz. Herzlichen Dank den Unterstützern, die sie jetzt trotzdem hervor gezaubert haben.
Zunächst die Unterschiede zur bisherigen Grafik des Wegeplans:
Zu- und Abgang in das Gelände, der Loveparade 2010, also die Menschenströme auf der Rampe werden in dieser Zeichnung des Geländes anders als bisher gestaltet. Jetzt ist nicht mehr wie im ersten kleinen Bild ein Quader der jede Spur teilt, vielmehr werden zwei Aufgänge unterschieden. Diese sind hier durch ein zu den Hallen des alten Bahnhofs hin offenes lila Rechteck geteilt. Noch entscheidender. Die grün blaue Linie produziert jetzt im Unterschied zu den letzten beiden Grafiken Kreuzungsverkehr. Man kann zwar nicht genau sagen, wo dieser Kreuzungsverkehr statt findet . Nimmt man die beiden Zu- und Abgänge als die beiden Rampen, entstände dieser Verkehr im Tunnel dazwischen. Denkt man sich das nach oben offene Rechteck auf der uns bekannten Rampe, entstände die Kreuzung der Zu und Abgehenden TeilnehmerInnen der Loveparade Duisburg genau vor dem Container der Security an der Stirnseite der Rampe. Also genau unter den grossen Richtungsschildern. Wen wundert es bei diesen Widersprüchen, ein frisch angelerntes Securitypersonal nicht wirklich durchblickt.
Stau am Ende der Rampe vorprogrammiertDie neue Zeichnung vom Gelände und seinen verschiedenen Funktionen ist auch eine hervorragende Ergänzung zur heutigen Pressekonferenz des Innenminister von NRW Ralf Jäger und des Inspekteurs der Polizei Dieter Wehe von heute. Will man näher in diese Thematik einsteigen lohnt es sich neben der grösseren Anzeige dieser zweiten Grafik auch das zoombare Luftbild des WDR vom Gelände der Loveparade Duisburg zu in einem eigenen Fenster zu öffnen. Dann kann man die einzelnen im folgenden angesprochenen Punkt gut per Zoom ansteuern.
Leider ist nicht klar zu welchem Zeitpunkt dieses Luftbild vom Veranstalungsgelände der Loveparade 2010 aufgenommen wurde. Da auf der Autobahn schon Krankenwagen stehen, wird es (deutlich) nach der Panik aufgenommen sein. Die kleine linke Rampe scheint offen und unten im Tunnel sowie auf der Tunnelstrasse an der Böschung bei (7) scheint kein Stau mehr im Tunnel zu sein. Ausserdem verlassen Besucher das Gelände über die Autobahn 59, auf Höhe des LKW 13 der Zeichnung.
Man sieht auf diesem Luftbild es alten Güterbahnofs Duisburg aber selbst zu diesem Zeitpunkt noch gut, wie schmal der Durchgang am Ende der grossen Rampe zwischen LKWs (Floats) und rechter Rampenböschung ist. Nach links (6 auf dem Photo) ist der Ausgang von der Rampe nicht viel breiter. Egal ob die Loveparade in Duisburg für 250.000, 500.000 oder für 1,4 Millionen Menschen konzipiert und genehmigt wurde:
dieser Durchgang ist einfach zu eng!
Bedenkt man, dass hier in allen Wegekonzeptionen der Sicherheitskonzeption zur Loveparade Duisburg Gegenverkehr durch das Veranstaltungsgelände verlassende Besucher auftritt, ist ein Stau vorprogrammiert. Mindestens an dieser neuralgischen Stelle hat die Stadtverwaltung Duisburg die notwendige Breite jeder Bau- und Nutzungsordnung ignoriert. worden. Man darf gespannt sein, wann die die Stadt Duisburg und der Chef ihrer Verwaltung OB Adolf Sauerland die Original Pläne und Zeichnungen der für die Strassen und Wege auf dem alten Güterbahnhof Duisburg, auf deren Grundlage sie ihre Genehmigungen erteilt hat, veröffentlicht.
Gerade sehe ich, dass eine sehr detailierte Grafik auf der PK von Innenminster Jäger publiziert wurde. Ich stelle Sie hier ein. Sie macht exakt das Erwähnte deutlich: der Eingang am Ende der Rampe zum Veranstaltungsgelände der Loveparade 2010 in Duisburg war zu eng.

Vergleicht man Luftbild und Grafik, fällt auf, das letztere die “Eingangsssituation” zur Loveparade 2010 erheblich grosszüger zeichnet. Eng auf der Grafik wird es erst zwischen den Punkten 230 und 467 (bei LKW 3). Da sieht es auf dem Foto (fast)( grosszügiger aus. Es gibt reichlich Platz auf dem grossen Areal rechts zwischen den Punkten 468 und 477. Dort ist allerdings ein höchst unattraktiver Platz, um das Geschehen auf der Bühnen bei 201/202 live zu verefolgen, trotz der aufgestellten Videowände.