Loveparade 2010: Organisierte Desinformation…

Loveparade Duisburg:
Zwischenbilanz nach 10 Tagen…

Bis zum 24. Juli 2010 war “Triumph and Disaster” ein privat/politischer Blog:  seit P.s Geburtstag im Januar 2010 schweigend. Es kann beschaulich sein, hier in der Eifel, im alten Pfarrhaus von 1722., Maria Laach und  Schloss Bürresheim um die Ecke.  Die “kleine Schwarze” aus der Nachbarschaft schaut auf eine Milch vorbei. Ein Siebenschläfer jagt vor Mitternacht Insekten auf der Fensterbank.
Den ersten Beitrag zur Katastrophe Loveparade 2010 schrieb ich am Sonntag dem 25. Juli 2010: “Loveparade Duisburg: gleich um die Ecke…”. Nach jener unsäglichen Pressekonferenz der in Duisburg Verantwortlichen. Die hatte ich mir nicht geschenkt, nach dem Telefonat mit P. am Vorabend, als die Kinder nicht zu erreichen waren. In diesem ersten Beitrag formuliere ich eine Ahnung

Keiner der Beteiligten, stellt in groben Umrissen das allseitig abgesegnete “Sicherheits”konzept vor. Keiner scheint zu wissen, wie viele Menschen vor oder auf dem Gelände der Loveparade Duisburg gewesen sind. Die Angaben schwanken auch jetzt noch zwischen “der belastbarsten Zahl” 105.000, die Schmeling wohl aus den Ticketcomputern der Bahn gewonnen hat, 350.000 für die der Veranstaltungsort ausgelegt gewesen sei, und 1,4 Millionen mit denen Loveparade Geschäftsführer Rainer Schaller vor Beginn der Parade rechnete. Man darf auf das kommende Schweigen der Verantwortlichen angesichts dieser Diskrepanzen gespannt sein.

Nicht schlecht prognostiziert. Offiziell schweigt die Stadt Duisburg, vertreten durch ihren Oberbürgermeister Adolf (Ich habe viele Fragen…) Sauerland, ihren Dezernent für Sicherheit und Recht Wolfgang (… im Krisenstab hat alles prima geklappt… ) Rabe und den Baudezernent Jürgen (…meine Sondernutzungserlaubnis war jedenfalls in Ordnung…) Dressler. Es schweigen (inzwischen) auch die von den Duisburger Stadtverwaltung  geheuerten Experten: vorneweg schweigt Professor Michael (… von der Treppe habe ich nichts gewusst…) Schreckenberg. Der beglückte uns in den ersten Tagen nach dem Unglück -zwecks Folgeaufträgen und Deutungshoheit in den Medien?- sogar mit seiner Handynummer auf der Webseite. Jetzt schweigen sie alle, obwohl die ermittelnde Staatsanwaltschaft bisher keinen dringenden Tatverdacht gegen einzelne feststellt und “gegen unbekannt” ermittelt.

Ganze Institutionen haben sich dasohne meinen Anwalt sag ich gar nichts, zu eigen gemacht. Für ein strafrechtlich involviertes Individuum mag das die richtige Verteidigungsstrategie sein. Für eine Stadt, ihre Verwaltung und ihre Bürger ist es eine (weitere) Katastrophe.

Schallers Livesendung

Ähnlich verhalten sich Loveparade Retter und MuckiBuden Discounter Rainer Schaller sowie sein Public Relations Wizzard Björn Köllen. Die Marke “Loveparade hatten die beiden ja schon auf besagter Pressekonferenz gekillt.  Wenn ich einen PR-Tip geben darf: Schaller als Ikone zurückziehen und durch einen “brutalst möglichen Aufklärer” ersetzen.

Schaller und Köllen brauchen vielleicht auch nichts mehr zu reden, haben genug gesagt und gelogen. Zum Beispiel in diesem Livekommentar zum Tod auf der Rampe. Zugegeben: in die WDR Kameras lügt nur Rainer Schaller, der beherrscht das wie kein zweiter. Die Kulisse, das Backgrounddesign allerdings trägt deutlich Köllens Handschrift. Dass dürfte er nicht ohne einen PR  “spin” und einen guten Draht zu den WDR Verantwortlichen geklappt haben. Jedenfalls: während Schaller unhinterfragt über “… Floats, die die Leute reinziehen und die Leute schön auf dem Gelände verteilen…” schwätzt, steht da sein eigener McFit / Bild.de LKW als Hintergrund. Und die WDR Kamera schwenkt ihn ab: von Führerhaus bis Heck, mehrfach hin und her. So  können sich Marken besser ins Unterbewusste brennen. Dieser McFit Float zieht niemand aufs Gelände, verteilt auch nicht, schon gar nicht: “schön”. Der wird für andere Zwecke gebraucht und blockiert die Floatstrecke.

McFit blockiert auch alle anderen Floats auf dem Rundkurs. So verstärkt sich Rückstau, so löst man den nicht auf.  Keine Sternstunde des öffentlich rechtlichen Rundfunks. Immerhin: sieht man mal vom plump vertraulichen “Du” und “der Rainer Schaller”ab,  geht die Anmoderation von Thomas Bug in Ordnung:

…der Mann, der das
ganze hier”verbrochen” hat…


Wenige Minuten nach dieser Werbesendung des Veranstalters werden die ersten Toten gemeldet.

Update 15. August 2010:

Der Mc Fit LKW stand bereits 45 Minuten vor dem Interview:
und mit ihm alle anderen Floats…
Die neueste Analyse dazu auf Docunews.org


Loveparade Duisburg, Triumph and Disaster....