Sep 15 2010

Grass mähen…

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Die Presse hat auch die Aufgabe, das Gras zu mähen, das über etwas zu wachsen droht.

Alfred Polgar

Das Zitat passt gut zu den Recherchen zur Loveparade. Auch dort beginnt das Gras zu wachsen. Gefunden habe ich es in der Rede der von mir hoch geschätzten Esther Schapira zur Verleihung des Theodor Lessing Preises:

Warum die schwarze Antwort des Hasses…

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Sep 11 2010

Die Rückkehr der 17…

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Monatelang war die Loveparade Kamera 17 verschwunden. Sie sollte der Loveparade – Security Bilder vom Osteingang zum Loveparade Veranstaltungsgelände liefern und hing oben am Eisenbahntunnel über der Karl Lehr Strasse mit Blick auf die Vereinzelungsanlage Ecke Grabenstrasse.

Seit die ersten Bilder von Überwachungskameras auftauchten, war aber statt von 17 Kameras immer nur von 16 Kameras die Rede. Egal ob SPIEGEL oder BILD Material zugespielt wurde: Rainer Schaller und seine Lopavent GmbH verschwiegen die Existenz von Kamera 17. Das hätte so bleiben können, hätten sich nicht die gründlichen Kollegen bei DocuNews auf die Spur der fehlenden Kamera 17 begeben. Und sie auch wieder gefunden: im Veranstaltungskonzept der Lopavent und zahlreichen Plänen dazu.
Lopavent hatte immerhin behauptet, man habe das vollständige Material der Überwachungskameras im Internet dokumentiert. Auf Nachfragen an Lopavent und deren beauftragten Rechtsanwälte wurde geschwiegen.

Jetzt zählt auch Lopavent vollständig und hat die Loveparade Kamera 17 wieder entdeckt. Allerdings erst, nachdem der WDR die Recherche zur fehlenden Kamera 17 aufgegriffen hatte: WDR Mediathek

Um Ausreden für die Unterschlagung von Kamera 17 ist man bei Lopavent nicht verlegen:

Kamera 17 war am Veranstaltungstag planmässig in Betrieb und hat als Überwachungskamera auch ohne Störung funktioniert. Aus technischen Gründen war es leider nicht möglich, sämtliche Kameras aufzuzeichnen. Von Kamera 17 liegen uns keine Aufzeichnungen vor.

“Zu dumm…”
bzw.
“wer´s glaubt…”

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Sep 09 2010

Schallers Dokumentation: von wegen “vollständig”…

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Am 30. August hat Rainer Schaller (McFit / Loveparade) eine umfangreiche Dokumentation mit Trickfilm und Dokumenten zur Loveparade Duisbur gins Internet gestellt.

Glaubt man seiner Ankündigung so “veröffentlicht die Lopavent GmbH erstmals das vollständige Videomaterial der Überwachungskameras.”
Auf DocuNews.org haben wir Schallers Material ausführlich gesichtet und kommen zu einem anderen Ergebnis:
Das im Internet einzusehende Videomaterial zur Loveparade ist alles andere als vollständig.

Die Bilder der Kamera 17 von der Eisenbahnbrücke auf die Karl-Lehr-Strasse mit der Vereinzelungsanlage Ost sowie die Bilder der Kamera 14 mit Blick auf die Karl-Lehr-Strasse und die Vereinzelungsanlage West werden der Öffentlichkeit vorenthalten.

Die Existenz einer Kamera 17 verschweigen die Verantwortlichen bei Lopavent völlig. Sie behaupten, es habe nur 16 Kameras gegeben. Das würde bedeuten, dass die Lopavent Security und Crowd Manager Karsten Walter für den langen Eingangstunnel unter den Eisenbahngleisen “auf dem östlichen Auge blind waren”.
Alle Pläne, auch die von Lopavent zum Bauantrag eingereichten, verzeichnen 17 Kameras. In die Pläne sind auch die exakten Perspektiven dieser Kameras eingezeichnet.

Mit Kamera 14 sollte die Überwachung des Eingangsbereiches an der Karl-Lehr-Strasse im Westen erfolgen. Auch dieses Material hat Lopavent nicht online gestellt. Stattdessen sehen wir nichtssagende Bilder einer Kamera an anderer
Position mit geänderter Perspektive: statt auf den Eingang und das Strassenland schaut diese Kamera ins Tunnelinnere.

Die ausführliche Analyse mit Auszügen aus den Videos und Planungsunterlagen finden Sie auf DocuNews.org.

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Aug 31 2010

Nennen wir es Propaganda…

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Die seit gestern laufende Kampagne von Rainer Schaller, hat mit PR nur noch wenig zu tun. Der Besitzer von McFit und Verantwortliche der Loveparade  hat die Schwelle zur Propaganda überschritten. Man sollte meinen, Schaller sei gar nicht dagewesen in Duisburg auf dem Loveparade Gelände am 24. Juni. Hätte auch nicht tausend Security Mitarbeiter im Einsatz gehabt. Alles hatte und hätte ganz prima geklappt. Nur: auf einmal hätten überall -er wisse auch nicht warum- Polizei herum gestanden und Ketten gebildet Dann und deshalb habe es Tote gegeben.
Wirklich: dummdreist!

Auf jeden  Fall hat Rainer Schaller in die Neue PR – Schlacht eine Menge Geld investiert. Da wo die “Überwachungskameras” nichts suggerieren, weicht er in den Zeichentrick aus. Auch die Pläne des Loveparade Geländes hat er neu zeichnen lassen. Leider etwas abseits der Realität, wie der folgende Beitrag auf DocuNews – Loveparade zeigt:

Pläne der Loveparade Duisburg: Jede Menge Platz?

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Aug 28 2010

SPIEGEL und Rainer Schaller: Kooperation, die dritte…

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Alles wie gehabt zwischen Rainer Schallers Lopavent GmbH und dem SPIEGEL:
die Vorabmeldung kommt am Samstag, BILD wird nachziehen. Wieder macht das Nachrichtenmagazin aus Hamburg seine Seiten und PR – Kraft für Rainer Schaller und dessen Lopavent auf.

Zum dritten Mal:
31. Juli2010 :

Es gab einen Crowd Manager, der möchte ungenannt bleiben, belastet aber die Polizei…
7. August 2010:
Der Crowd Manager heisst Karsten Walter. Er verweigert zwar die Aussage, möchte uns aber trotzdem im SPIEGEL Gespräch erklären, wie es war auf der Rampe. Dazu haben wir auch Bilder der Überwachungskameras.
28. August 2010:
Hinter Karsten Walter und unseren bisherigen Videoausschnitten steht Rainer Schaller. Der spricht jetzt selbst und stellt sein (ganzes?) Material ins Netz.

Flucht nach vorn also. Nachdem man sich bisher mit winzigsten Ausschnitten zufrieden gab.
Die Vorabmeldung des SPIEGEL lautet:

Love-Parade-Katastrophe
Veranstalter stellt Überwachungsvideos ins Netz

Jetzt geht Rainer Schaller in die Offensive: Der Love-Parade-Veranstalter erhebt im SPIEGEL schwere Vorwürfe gegen die Polizei. Sie hätte Sperrketten gebildet, die nach Meinung Schallers zur Duisburger Katastrophe führten. Dies sollen Überwachungsvideos beweisen, die nun ins Internet gestellt werden.

Hamburg – 21 Menschen starben vor vier Wochen bei der Duisburger Love Parade, mehr als 500 wurden verletzt. Noch immer ist unklar, was zu der Katastrophe führte – nun greift Veranstalter Rainer Schaller im SPIEGEL die Polizei massiv an. Der Chef der Fitnessstudiokette McFit wirft ihr vor, sie sei mitverantwortlich für das Duisburger Desaster. Schallers Vorwurf: Die Polizei hätte – als sich vor den Zugängen im westlichen und im östlichen Bereich des Veranstaltungsgeländes ab 15.50 Uhr die Massen stauten – aus unerklärlichen Gründen drei Sperrketten gebildet, zwei in den Tunnels und eine auf dem unteren Teil der Zugangsrampe.
Diese Ketten, sagt Schaller, seien “vermutlich die Ursache der Katastrophe” gewesen: “Für uns stellt sich die Frage, warum die Polizei dies tat.” Ohne die Polizeikette auf der Rampe würden die “Menschen heute noch leben”, behauptet Schaller.
Um diese aus Sicht des Veranstalters taktischen Fehlleistungen der Polizei dokumentieren zu können, lässt er das gesamte Videomaterial seiner sieben Überwachungskameras mit einer Laufzeit von mehr als 22 Stunden ins Internet stellen. “Jeder soll sich selbst ein Bild von den Abläufen machen können.”
Schaller wird nicht vor dem Innenausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags, der sich am 2. September zum wiederholten Male mit der Duisburger Katastrophe beschäftigt, Rede und Antwort stehen, er werde “Vertreter meiner Firma” schicken.

Da dürfen wir auf SPIEGEL print und SPIEGEL TV morgen abend gespannt sein. Halten wir vorab fest:

  • Es waren nicht 7 sondern 17 Kameras. Auch nicht:  Kameras sondern (zum Teil) Kamera Teams in Cooperation mit Security.
  • Die Kameras waren nicht auf den Positionen, die in der SPIEGEL und BILD Grafik bis heute verzeichnet sind:
  • 1 – 3 auf Walters Container.
  • Lopavent/Schaller hatten von vorne herein eine Kopie der Videos, die sie bei der Beschlagnahmung nicht abgegeben haben.
  • Höchstwahrscheinlich ist das bisher bei SPIEGEL und BILD laufende Material eine von Lopavent zusammengestellte Auswahl.
  • SPIEGEL und Bild haben uns die Quelle verschwiegen, in einem Beitrag auf Spiegel TV, der bis heute nicht korrigiert wurde sogar von Polizeivideos gesprochen.

Nach wie vor beantwortet Lopavent keine Presseanfrage:

vielen Dank für Ihre heutige Anfrage.
Wir verstehen das große Interesse der Öffentlichkeit an Aufklärung,wie es zu dem tragischen Unglück auf der diesjährigen Loveparade in Duisburg kommen konnte.
Auch wir sind an Aufklärung interessiert und leisten unseren Beitrag dazu.
Haben Sie bitte Verständnis, dass wir angesichts laufender Ermittlungen keine Statements zu Einzelfragen bzw. Dokumente an Medien herausgeben.

“sondern geben unser Material nur an ausgewählte Medien im Rahmen unserer eigenen PR Aktivitäten…”
möchte man ergänzen.
Bin gespannt, was wir zu sehen bekommen. Sicher ist:
wir befinden uns nach wie vor in einer PR Kampagne von Lopavent.
Da mit schwimmen ist einfach:
Wir recherchieren lieber:

Überwachungskameras auf der Loveparade Duisburg

Lautsprecheranlage auf der Loveparade Duisburg

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Aug 27 2010

Loveparade: Lautsprecherdurchsagen waren unmöglich…

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Gerade haben wir auf unserer Analyse- und Nachrichtenseite DocuNews.org eine Recherche zu der auf dem Gelände der Loveparade fehlenden
abgeschlossen. Die Zusammenfassung folgt hier auf “Triumph and Disaster” bei DocuNews.org: die ausführliche Analyse…

27. August 2010:
Loveparade Duisburg:

Wo war die Lautsprecheranlage?

Die in der Brandschutz- und Evakuierungskonzeption für die Duisburger Loveparade vorgesehene Lautsprecheranlage zur Besuchersteuerung scheint weder geplant noch gebaut, in jedem Fall aber nicht genutzt worden zu sein. Dadurch fehlte auf der Loveparade am 24 Juni 2010 ein entscheidende Voraussetzung um eine Massenpanik unter den zusammengepferchten Besuchern zu verhindern. Dies ergibt sich aus einer gerade veröffentlichte Analyse von Lothar Evers auf dem Rechercheportal docunews.org.

Das Bauamt der Stadt Duisburg verlangte eine “Darstellung der Elektro-akustischen Alarmierungsanlage (ELA-Anlage)” bereits in einem Schreiben vom 14. Juni an die Lopavent GmbH als Veranstalter der Loveparade. Auch das Brandschutzkonzept für die Loveparade von Dr. Rainer Jaspers und Öko Tec Fire & Risk beschreibt die Notwendigkeit einer solchen ELA-Anlage:

Auf dem gesamten Veranstaltungsgelände ist eine Lautsprecheranlage vorhanden, die an die mobile Ersatzstromversorgung angeschlossen ist.” Diese wollte man zur “Information der Besucher über das Brand- oder sonstige Ereignis und über die zu ergreifenden Massnahmen” nutzen, so “dass die Entfluchtung über das Veranstaltungsgelände aufgrund der Sicherungsmassnahmen durch Sicherheitspersonal sowie die Kameraüberwachung des gesamten Geländes und den Möglichkeiten zur Alarmierung über die Lautsprecheranlage, nachhaltig gesichert werden kann.”

Lothar Evers fasst seine Analyse wie folgt zusammen:
“Der Veranstalter der Loveparade konnte das Gelände und den Eingang der Loveparade mit siebzehn Kameras jederzeit und bis in den letzten Winkel einsehen. Der Stau auf der Rampe und in den Tunneln entwickelte sich über mindestens zwei Stunden bevor es zur Katastrophe kam. Dieser Stau und die sich daraus ergebende Panik hätte sich mit grösster Wahrscheinlichkeit auflösen lassen, hätte man die Besucher mit klar verständlichen Lautsprecheransagen auf freie Regionen des Veranstaltungsgeländes verteilt. Selbst in den kritischen späten Phasen einer extremen Menschenverdichtung wäre eine Warnung z.B. vor der Treppe wahrscheinlich lebensrettend gewesen.

Wir haben alle öffentlichen und einige zusätzlich Planungsunterlagen sowie die Veranstaltungs und Sicherheitskonzepte der Loveparade ausführlich studiert. Den Plänen kann man sonst jedes Detail, z.B. die Ausstrahlung eines einzelnen Scheinwerfers, entnehmen. Weder eine ELA-Zentrale noch einzelne Lautsprecher sind dort eingetragen. Auch im Sicherheitskonzept des Veranstalters vom wird eine Lautsprecheranlage und Durchsagen an die Besucher nicht erwähnt. Dieses Sicherheitskonzept stammt vom 28.Juni 2010 und ist einen Tag vor der Loveparade, nämlich am 23 Juli, als Teil der Bewilligung durch das Duisburger Bauamtes gezeichnet und gestempelt worden.

Dem Brandschutzexperten Rainer Jaspers scheint ein anderes, möglicherweise erweitertes, in jedem Fall aber aktuelleres Sicherheitskonzept vor. Er gibt als Datum dieses “Veranstaltungskonzeptes Sicherheit” den 12. Juli 2010 an. Leider hat sich Dr. Jaspers geweigert uns dieses Sicherheitskonzept zur Verfügung zu stellen. So konnten wir es nicht mit dem älteren Konzept der Bewilligung vergleichen.
Es ist jedoch schwer vorstellbar, wenn auch nicht völlig auszuschliessen, dass ein renommierter Experte wie Dr. Jaspers Elemente eines Sicherheitskonzeptes referiert, die in der ihm vorliegenden Fassung gar nicht erwähnt werden.

Wenn Lopavent als Auftraggeber von Dr Jaspers und Öko Tec Fire und Risk extra für diesen Zweck ein neues um eine ELA Anlage erweitertes Konzept gefertigt hat, diese aber weder aktualisierend beim Bauamt einricht noch die Anlage baut, so ist das in jedem Fall eine ungeheuerliche Täuschung.

Fazit:

Sollte das Bauamt tatsächlich eine von ihm selbst geforderte und für das Brandschutz- und Evakuierungskonzept konstitutive Lautsprecheranlage, bei der Bauabnahme vergessen und übersehen haben, wäre eine Suspendierung aller daran beteiligten oder davon wissenden MitarbeiterInnen überfällig.

Sollte es, trotz aller dagegen sprechenden Fakten, auf dem Gelände der Loveparade Duisburg eine ELA Anlage gegeben haben, wäre deren nicht Nutzung durch die Veranstalter ein Verbrechen.

Die ausführliche Analyse:
http://docunews.org/loveparade/analyse/wo-waren-die-lautsprecher/

Alle Zitate aus:
Anlagen zum Zwischenbericht der Stadt Duisburg zur Loveparade

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