Dec 23 2007
Silence…
Maybe i should explain why I was so quiet for almost six months. I guess it was because I focused on two activities involving fellows whose privacy I wanted to protect.
For the first time in my live I had to do with the public agencies here in Germany called ARGE. They are responsible for “Arbeitslosengeld II a kind of Social Security for those being able to work. I represent a friend of mine and this experience is challenging and sobering at the same time.
Plus: my mother -as many of you know suffering from Alzheimer- during the summer lost eleven Kilograms and probably would have died of starvation if we not at the very last moment would have intervened. All that happened in one of the better nursing care institutions in Cologne. Accompanying my mother through her aging and helplessness more and more reminds me of the new period in my live when at 34 A. was pregnant and we decided to take that as a sign for our persistent love and prepare for parenthood. We were not alone at that time. Many women and men of our generation had decided to wait as long as we did before making this decision.
Now with my aging mother a new period of my live is starting and something similar is happening to many of the friends in my generation. No big discussion not to many groups no special newspapers accompanying this challenge. We all are improvising on our own. Isolated and very lonesome and in a way silent. Why? Are we ashamed? Are we frightened to anticipate that we might be in a similar state of weakness and dementia some years ahead? Anyhow: sorry for that silence.
Fast ein halbes Jahr geschwiegen. Warum? Ein Grund war, dass ich die Privatsphäre von zwei Menschen schützen wollte für die und mit denen ich die letzten Monate unterwegs war. Hier in der Idylle der Eifel habe ich eine erste Bekanntschaft mit einer ARGE gemacht. Im öffentlichen Raum wenig kontrolliert aber zuständig für die Umsetzung von Hartz IV und Arbeitslosengeld II. Zum Glück reichen meine finanziellen Polster noch, so dass kein eigener Antrag zu stellen war. Habe mich stattdessen zwischen eine gute Freundin und die hier zuständige ARGE platziert und mache seitdem spannende aber vor allem ernüchternde Erfahrungen.
Auf der anderen Baustelle wäre (mir) im Sommer meine Mutter in einem der besseren Kölner Altersheime um ein Haar verhungert. Elf Kilo binnen drei Monaten hatte sie schon abgenommen bevor wir die Situation gedreht bekamen. Je länger ich das Altern und die zunehmende Hilflosigkeit begleite, um so mehr bin ich an eine andere Lebensphase erinnert. Ich war 34 und A. war schwanger, als wir uns entschlossen dies als Zeichen für die Beständigkeit unserer Liebe jenseits unserer bloss individuellen Lebensplanung zu begreifen und uns auf eine gemeinsame Elternschaft vorzubereiten. Damals waren wir nicht allein. Viele hatten ähnlich lange mit der Frage eigener Elternrolle Zeit gelassen. Es gab Gruppenangebote, Kinderläden Fachzeitschriften.
Nun begleitet die gleiche Generation ihre Eltern durch deren letzte Lebensphase. Allein, isoliert und mit einem Anflug von Trauer. Keine Elternläden, Selbsthilfegruppen, wenig Vergemeinschaftung: jede(r) improvisiert für sich allein. Dabei hätte man den Titel der Fachzeitschrift, die uns damals begleitete, nicht einmal ändern müssen: “ELTERN”. Für unsere Generation gestalten wir diese neue kollektive Herausforderung erstaunlich schweigsam. Schämen wir uns oder haben wir einfach Angst, bald ähnlich schwach und dement zu werden?
Hier: keine vorschnellen Antworten, aber der gute Vorsatz: nicht länger zu schweigen.


