Oct 05 2009
…kämpfen ohne Kraft und Hoffnung…
Der Warschauer Ghetto Aufstand beginnt am 19. April 1943. Am Morgen um sieben Uhr werden die ins Ghetto hineinfahrenden deutschen Panzer mit selbst gebauten Granaten und Molotowcocktails beworfen. Die Deutschen trifft jüdischer Widerstand diesen Ausmasses unvorbereitet. Kein Soldat des angegriffenen Konvois überlebt.
220 jüdische Ghettokämpfer, jeder mit nur einen Revolver, fünf Handgranaten und fünf Benzinflaschen, bewaffnet kämpfen gegen die deutsche Übermacht. Ihnen stehen Tausende deutsche Soldaten, bewaffnet mit Panzern und Maschinengewehren gegenüber.
“Unser Kampf war hoffnungslos, wir führten ihn nur, um würdig zu sterben und um den Moment des Sterbens so weit wie möglich hinauszuzögern. Es war ein Aufstand, um den Deutschen zu beweisen, dass eine kleine Gruppe ihren eigenen Überzeugungen folgt. Ohne Kraft. Es ist eine große Sache, wenn man ohne Kraft und Hoffnung kämpft.”
Marek Edelman, Anführer im Warschauer Ghetto.
Die Welt und das nicht jüdische Warschau sehen tatenlos zu. Der jüdische Kampf tobt nur wenige Meter von der Ghettomauer entfernt. Die Kämpfer können jenseits der Mauer ein Karussell sehen, Musik klingt herüber. Frauen spielen mit ihren Kindern, während im Ghetto Menschen aus dem zweiten und dritten Stock brennender Häuser springen.
Mitte Mai, als die Deutschen systematisch Brandbomben in die Häuser werfen, ist der Kampf verloren. Mordechai Anielewicz und die anderen Anführer des Ghettoaufstandes gehen am 7.Mai 1943 in Ihrem Führungsbunker gemeinsam in den Tod. Nur wenigen Kämpfern gelingt die Flucht durch die Kanalisation. Dann wird auch die durch die SS geflutet.
Am 16.Mai 1943 sprengt SS-Brigadeführer Jürgen Stroop persönlich die “Große Synagoge” an der Tlomackie-Straße. Sein Telegramm an das deutsch Kommando in Krakau lautet:
“Es gibt keinen jüdischen Wohnbezirk mehr in Warschau.”
17.000 Juden haben die Nazis im Ghetto ermordet, 7.000 nach Treblinka in die Gaskammern verschleppt, 42.000 in Arbeitslager bei Lublin deportiert. Rund 7.000 Juden liegen verschüttet unter den Trümmern des Warschauer Ghettos oder sind im Flammeninferno verbrannt.
Marek Edelman, geflohen durch die Kanalisation, findet bei einer polnischen Frau Unterschlupf. Seine Versuche, sich polnischen Partisanen anzuschließen, scheitern. Niemand will einen Juden als Partisan integrieren. Dabei hat er noch Glück. Jüdische Mitkämpfer werden -weil sie Juden sind- von Partisanverbänden erschossen . Edelman findet schliesslich eine kommunistische Einheit, die ihn akzeptiert. Als 1944 auch der Warschauer Aufstand verloren ist und die Partisanen als Kriegsgefangene aus der Warschau in die Gefangenschaft geführt werden, verstecken sich Edelman und die wenigen anderen jüdischen Kämpfer in den Trümmern der Stadt und entgehen so der sicheren Ermordung.
Am 2. Oktober ist Marek Edelman in Warschau gestorben.
Hier geht es zu seinem Bericht “The Ghetto Fights“.

Fighting without strength and hope…
Marek Edelmann the last surviving commander of the Warsaw Ghetto uprising died last Friday. A short memory in German plus a link to Edelmans report “The Ghetto Fights“.















