Habe einen hervorragenden youtube chanel zur Kritischen Theorie entdeckt und schaue ältere Dokumentationen. Darin das folgende Zitat von Theodor W. Adorno, dass sich ähnlich, aber nicht ganz so pointiert, auch in seinem Aufsatz “Erziehung nach Auschwitz” findet:
Wäre diese Kälte nicht ein Grundzug der Anthropologie, also der Beschaffenheit der Menschen, wie sie in unserer Gesellschaft tatsächlich sind, wären also nicht die Menschen im Grunde gleichgültig gegen das, was mit allen anderen geschieht – ausser den paar, mit denen sie eng und womöglich durch Interessen verbunden sind, so wäre Auschwitz nicht möglich gewesen. Die Menschen hätten es dann nicht hingenommen.
Die Kälte der gesellschaftlichen Monade, des gesellschaftlich isolierten Konkurrenten, ist als Indifferenz gegen das Schicksal der anderen die Voraussetzung dafür, dass alle zusahen und keiner sich regte.
Nun, meine Damen und Herren, bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Ich möchte nicht die Liebe predigen, deshalb, weil ich es vergeblich halte, sie zu predigen, und auch, weil keiner das Recht hätte, sie zu predigen, weil jener Mangel an Liebe – ich sagte es schon – der Mangel aller Menschen ist ohne Ausnahme, so, wie sie heute existieren. Liebe predigen setzt in denen, an die man sich dabei wendet, bereits eine andere Charakterstruktur voraus. Denn die Menschen, die man lieben soll, sind ja selber so, dass sie nicht lieben können, und darum keineswegs so liebenswert.
Es war einer der großen Impulse des Christentums, dass es die alles durchdringende Kälte gefühlt hat und versucht hat, sie zu verändern. Aber dieser Versuch – und ich glaube, das muss gesagt sein, ist vergeblich geblieben, weil er nicht an die gesellschaftliche Ordnung rührte, welche die Kälte produziert und reproduziert.
Vielleicht ist die Wärme unter den Menschen, nach der alle sich sehnen, ausser in kurzen Perioden und ganz kleinen Gruppen, vielleicht auch unter manchen “Wilden”, bis heute überhaupt noch nicht gewesen. Wenn irgendetwas helfen kann gegen diese Kälte als Bedingung des Unheils, dann ist es allein … der Versuch, im individuellen Bereich Möglichkeiten zu schaffen,die dem entgegen sind.
Man möchte glauben, je weniger in der Kindheit versagt wird, je besser Kinder behandelt werden, umso mehr Chance sei dazu. Aber auch hier ist vor Illusionen zu warnen, nicht nur deshalb, weil Kinder, die gar nicht die Grausamkeit und Härte des Lebens erfahren, dann,wenn sie aus dem Geschützten entlassen werden, erst recht der Barbarei ausgesetzt sind.
Und hier hört man Adorno im Originalton:
Mein Lieblingslied aus der Sesamstrasse ist eindeutig:
“Ü-, Überrraschung ist schön…,
doch hat man sie dann erst gese -hen,
ist sie vorbei -ei -ei…
Ü- Ü- Überraschung, dub, dub Überraschung….”
Heute hingegen öffnet Oscar seine Tonne, zeitweise jedenfalls, um sich richtig toll zu ärgern. Der Sinn dieser Reminiszenz an Kindheitserinnerungen vor dem Fernseher erschliesst sich wohl den meisten Lesern nicht. Unter uns weilt aber eine ungenannte Meisterin der Tonnologie, der ich dieses Ständchen zueigne. Zumal ich mit ihr vielleicht noch Ärger habe, oder neuen bekomme, oder den Deckel vor der Nase zugeklappt, oder…
Jedenfalls: über “Tonne zu!” habe ich reichlich dazu gelernt im letzten Jahr. Nun aber zu unseren heutigen Gaststars: Andrea Martin und Oscar the Grouch:
… the Universal Declaration of Human Rights.
A great Film about things that should be granted and so seldom are.
Sie sollten garantiert sein. Doch betrachtet man diesen Film, kann man fast eine Strichliste führen. So unselbstverständlich ist die Achtung der Menschenrechte.
Manchmal verpasse ich Termine. Oft zum Leidwesen meiner Mitmenschen. Noch öfter schade ich mir selbst.
Da ist es schön, wenn Hoffnung in letzter Minute naht.
Konkret:
erst jetzt melde ich mich zur Digital Marketing Messe dmexco in Köln an. Die meisten Parties sind ausgebucht.
Lösung?:
monti-man auf PP-Blogsberg verlost noch fünf Eintrittskarten, wenn…
ja wenn ich hier für Spenden an eine gemeinnützige Organisation werbe.
Das fällt mir kaum schwer:
Medico International
nah an der Not und Verzweiflung, kein Helfersyndrom, tolle KollegInnen, und: mit politischer Perspektive.
Just a few days ago I published this quote by the great Indian Leader and pacifist Mahatma Gandhi:
Be the change you want to see in the world
Today (again by chance?) I stumble into this video on the same issue, titled
“We Are The Ones We Have Been Waiting For”
Unfortunately the video likeso many has been removed from youtube. Meanwhile Barack Obama has used this quote in some of his speaches.
At the end of this video there is a quote by the great anthropologist Margaret Mead:
Never doubt, that a small group of thoughtful committed people can change the world. In fact it is the only thing that ever has.
I first read this Mead quote in the mid 90´s on one of my first journeys to the USA. I loved eating “Ben & Jerry´s Ice Cream” and read through their company brochures in one of their parlors in Georgetown Washington D.C. I still have and sometimes read their brochures about their concept of “caring capitalism“. The second proverb I remember from my visit to their shop is: “If it´s not fun, why do it?“. It was very popular among me and my friends at that time. On one of my later journeys I visited the Ben & Jerry´s factory in Burlington, Vermont including a cemetery for Ice Cream Flavors no longer produced. Today Ben & Jerry´s is no longer owned by its founders. They sold it to Unilever. So there Vision is just a brand of onoe of those multinationals.
A brand is not a mission. But that is a different story.
Ein Video passend zum Gandhi Zitat vor einigen Tagen. Am Ende des Films steht ohne Quellenangabe: “Never doubt, that a small group of thoughtful committed people can change the world. In fact it is the only thing that ever has”. Dieser Spruch ist von Margaret Mead. Das wiederum weiss ich durch einen Besuch in den Eiscreme Salons der beiden Vermonter Freaks Ben & Jerry. Vor vielen Jahren in Washington DC. Ein spannendes Konzept, ihr “caring capitalism“, was sie leider nicht daran gehindert hat, das Ganze an Unilever zu verkaufen, wo die Vision der Gründer doch arg zu blosser Markenpolitik degeneriert.
Im Moment schaue ich kaum Fernsehen. Deshalb weiss ich nicht so genau, ob der Terror der Werbespots zum Valentins Tag schon wieder begonnen hat. Auf Anhieb fallen mir Ferrero, Douglas und Fleurop ein, die noch jedes Fest, jede menschliche Regung in eine Konsumorgie verwandeln wollen. Nächste Gelegenheit: nämlicher Valentinstag (14. Februar). Doch nun regt sich Widerstand gegen diese Konsummafia. Seit einigen Monaten verfolge ich interessiert die Aktionsformen der Rebell Clowns um C.I.R.C.A. Gerade trifft über deren Newsletter die Einladung zur Veranstaltung “Reclaim Love” am 16. Februar 2006 auf dem Londoner Picadilly Circus ein. Die Aktion wird vorbereitet von O-I-L. Diese Abkürzung steht sowohl für “Operation Infinite Love” als auch für: “One In Love”. Also (hoffentlich) auch für Sie.
I am looking for an excuse for a trip to London since a while already. This morning I might have got one. In my mailbox is the invitation to join “Reclaim Love” right beyond the Eros Statue on Piccadilly Circus. I guess it is a nice idea to reclaim Love from all the Multinationals that want to tell us we have to buy their prefabricated gifts to express our love. The event is organized by O-I-L. This abbreviation stands for “Operation Infinite Love” and for “One In Love”. So: (hopefully) for you!
Here is the video from 2006:
And some more background: The Politics of Love