Wenn es um Cover Versionen von Leonard Cohen Songs geht, bin ich extrem kritisch. Gestern abend habe ich mich live beim Jazz Festival in Neuwied über ein Cohen Cover extrem gefreut. Susanna and the Magical Orchestra wählten “Hallelujah” von Cohen als (einzige) Zugabe:
Susanna and the Magical Orchestra with a cover of Leonard Cohens famous song: Hallelujah. Heard it live yesterday at the Neuwied Jazz Festival.
Im Nachklingen zum Wochenende stöbere ich und finde das folgende wunderbare Rilke Gedicht:
Ich liess meinen Engel lange nicht los
Ich liess meinen Engel lange nicht los,
und er verarmte mir in den Armen
und wurde klein, und ich wurde groß:
und auf einmal war ich das Erbarmen,
und er eine zitternde Bitte bloßDa hab ich ihm seine Himmel gegeben, -
und er liess mir das Nahe, daraus er entschwand;
er lernte das Schweben, ich lernte das Leben,
und wir haben langsam einander erkannt…
3 sat zeigt im Moment aussergewöhnliche Musikfilme. Gestern abend: “deja vue”. Der Film dokumentiert die “Freedom of speech” Tour von Crosby Stills Nash and Young im Jahr 2006.
Jetzt liegt die Ära Bush hinter uns. Das konnte im April/Mai 2006 (noch) niemand ahnen, als Neil Young in wenigen Tagen sein Album “Living with War” heraus rotzte. Young hatte Bushs “Patriots Act” unterstützt. Um so bedeutender dann seine Kehrtwende. Getreu seinem Bekenntnis, “I don’t have a view, I have an opinion that changes because everyday is a different day”, heist es im song “shock and awe” selbstkritisch:
“We had a chance to change our minds / but somehow wisdom was hard to find.” Zu Youngs Projekt gehört eine bis heute fortgeführte und im Film immer wieder zitierte “Living with War” Webseite. Lieder und Songtexte waren bereits per Internet über eine Million mal verbreitet, bevor das Album veröffentlicht wurde.
Yesterday on Germans TV channel 3sat: “deja vue”, music documentary about the “Freedom of speech” Tour of Crosby Stills Nash and Young in 2006.
Die Stimmung, die ein Liedtitel “Lets impeach the President for lying…” auslöst, ebenso wie Youngs Intentionen zeigt dieser Ausschnitt aus der TV serie “showbiz today” noch vor Veröffentlichung des Projektes:
So intim hatte es mit diesem Song bei den recording sessions für
“Living with war” begonnen:
Hier ist das offizielle Release Video des Songs von Neil Youngs
“Living with war” Webseite:
Und so fühlt sich das ganze live auf der “Freedom of speech” Tournee an,
für die Neil Young dann auch seine Freunde CS&N gewonnen hat,
um die Titel von “Living with war” live zu spielen.
Immer wieder schafft es Neill Young unterbewusste Wünsche und
Hoffnungen der American People auf den Punkt zu bringen,
wie in der Beschreibung der Leerstelle, “Looking for a Leader”.
Darin die (fast) visionären Zeilen:
And maybe it’s a woman
Or a black man after all
Yeah maybe it’s Obama
But he thinks that he’s too young
Maybe it’s Colin Powell
To right what he’s done wrong
America has a leader
But he’s not in the house
He’s walking here among us
And we’ve got to seek him out
Das -für mich- Beeindruckenste dieser Dokumentation:
Neil Young, wie Bob Dylan, Bruce Springsteen verbalisieren, was andere
nur diffus fühlen. Young formuliert diese Fähigkeit in einem Interview
mit Charlie Rose:
“This is the essence of his feeling (…), you can not keep that. That comes
and goes through you. You can not strive to be that. There is no way you
own it. It is a gift that keeps on giving, then it goes away. Then it comes
back. And if you are ready to accept it, it is there.”
Weiterführend:
Neil Young Interview im “Rolling Stone”:
I never want to do another tour like that in my life…
“New York Times” über die hohe Suizidrate unter amerikanischen Kriegsverteranen:
“After Combat, Victims of an inner war”
Man soll nicht vergleichen. Bei Liebe geht es um Qualität(en). Sineads Interpretation des Prince Hits “Nothing Compares to you…” kann man wunderbar mitsingen, wenn eine Liebe vorbei ist.
Schade eigentlich. Unvergleichlich? Das stimmt doch auch jetzt.
Für Dich, P:
Es gibt Musik, die ist in unserer Familie weit und über die Generationen verbreitet. “Ton Steine Scherben” zum Beispiel. Rio, bevor er zum “König von Deutschland” wurde. Da bleiben Debatten darüber, ob es würdige Nachfolgebands gibt, nicht aus.
Meine Favoriten:
“Mädchen aus Greifswald”, passt auch zu den Wahlen in Köln und im Osten vom letzten Wochenende.
Das ist aber meine ganz persönliche Meinung. Da endet die familiäre Einigkeit.
Früchte des Zorns sind im Herbst auf Tournee. Gibt es Tempeau überhaupt noch, nach der Selig Reunion?
Let me tell the little story later, watch the performance first.
Text gibt es diesmal erst nach der Musik.
Ganz hier in der Nähe auf den Burgfestspielen habe ich vor einigen Jahren “Man of la Mancha“, ein nicht ganz so bekanntes Broadway Musical um den Ritter von der traurigen Gestalt. Hier haben wir die Aufführung von 2002 mit Brian Stokes Mitchell als Cervantes/Quixote, Mary Elizabeth Mastrantonio als Aldonza/Dulcinea. Das Stück und seine subtile Schichtung muss man gesehen haben, deshalb hier nicht mehr. Wie aber kann man “This is my quest…” übersetzen. Leo bietet “Streben Bestreben, Suche“. Ja, aber eher im Streben nach dem Höheren, (quest of the Grail = die Gralssuche). Damit immer verbunden: das Wagnis zu scheitern.
Die Übersetzung des Musicals und die Hauptrolle der französischen Fassung leistete Jacques Brel. In dieser Aufnahme von Weihnachten 1968 ist nichts mehr von Broadway, nur: einsame Verzweiflung:
Diese Aufführung in Paris muss bewegend gewesen sein. Das zeigt auch der folgende Fernsehbeitrag: “Die Schauspieler wie auch das Publikum wollen an das Selbe glauben: man kann ein ganz durchschnittliches Leben führen, ja sogar ein Versager sein. Und dabei das Wesentliche nie aus dem Auge verlieren: nach den Sternen greifen, wie Don Quichote :
(Diese Video ist leider aus youtube verschwunden)
Am vergangenen Samstag hat Brian Stokes Mitchell “Dream the impossible dream” noch einmal vorgetragen. Aus traurigem Anlass:
Hätte ich auch nicht gedacht:
war wohl eines von Kennedys Lieblingsliedern, und:
ja offensichtlich applaudiert man auf amerikanischen Trauerfeiern…
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Nur für die hart Gesottenen:
die Lyrics sind einfach wunderbar. Aber Vorsicht: hier hat Elvis den Song durch den Wolf gedreht:
Schlimmer gehts nümmer? Denkste!
Aber: die SAT1 Version aus “Nur die Liebe zählt…” mit uns aller SC kommt mir hier nicht auf den Blog.
Die müssen Sie sich bei youtube ansehen….
Ich habe Sie gewarnt!