Archive for the 'Love' Category

Jan 07 2010

…happy Birthday P.

Liebe P.
es ist so gut Dich zu kennen und zu lieben. Zu Deinem Geburtstag möchte ich Dir daher zunächst danken. Danken, dass Du mit mir gemeinsam Leben gestaltest, mich aushältst und immer wieder so neu und überraschend bist. Dir wünsche ich für die kommenden Lebensjahre: Liebe, Gesundheit, gute Freunde und Ruhe, vor allem aber Gelassenheit und Weitsicht. Es haben sich und ich habe Dir hier einige Künstler und Köpfe als Gratulanten versammelt.
Den Anfang macht Randy Newman. Sein Song “Feels like home…” ist uns zu so etwas wie eine Erkennungsmelodie für unsere Produktion geworden. Hier die Version mit kurzer Einführung durch den Meister selbst (bis 1:50).

Lyrics

Dann natürlich Leonard Cohen. Aus dem Alter für einiges, was er in “Dance me to the end of love” beschreibt, sind wir (zum Glück?) raus. Das meiste praktizieren, produzieren wir. Ausführlich und mit lyrics ist Cohens Liedvor knapp einem Jahr hier in “Triumph and Disaster” gewürdigt worden. Dieses Video ist die (traurige) Version, die wahrscheinlich zum Release von  “Various Positions”, Cohens LP, die mit “Dance me to the end of love” beginnt 1984 entstanden:

Various Positions erschien damals nur in Canada und Europa. In den USA weigerte sich Cohens Plattenfirma: dir Platte passe nicht in die Zeit. In seinen Erinnerungen beschreibt C. das vernichtende Urteil des damaligen Chefs von Columbia Records Walter Yetnikoff : “Leonard, we know you’re great, but we don’t know if you’re any good”.
Die von uns oft gehörte (Live)Version ist von 1993. Perla Batalla and Julie Christensen waren für mich die besten Sängerinnen die Cohen je hatte. Und dann diese Interaktion der drei:  Cohen singt die erste, dritte undletzte  Strophe alleine. Die zweite Strophe ist ein “Duett mit offenen Augen” zwischen Christensen und Cohen Damit das gelingt tritt Batalla aus dem Weg und einen Schritt zurück. Ohne  Blickkontakt: das Duett Batalla/Cohen: “Eyes wide shut”.  Für die Wiederholung der ersten Strophe als Trio geht Cohen zwischen die beiden Sängerinnen. Nach den Duetten und im Anschluss an das Trio: die Geigensoli. Perfekt!! Die Geige habe ich vermisst auf Cohens Tournee 2008. 

Schliesslich noch ein Zitat von Cohen selbst über die Entstehung des Liedes aus einem meiner Lebensthemen:

‘Dance Me to the End Of Love’ … it’s curious how songs begin because the origin of the song, every song, has a kind of grain or seed that somebody hands you or the world hands you and that’s why the process is so mysterious about writing a song. But that came from just hearing or reading or knowing that in the death camps, beside the crematoria, in certain of the death camps, a string quartet[2] was pressed into performance while this horror was going on, those were the people whose fate was this horror also. And they would be playing classical music while their fellow prisoners were being killed and burnt. So, that music, “Dance me to your beauty with a burning violin,” meaning the beauty there of being the consummation of life, the end of this existence and of the passionate element in that consummation. But, it is the same language that we use for surrender to the beloved, so that the song — it’s not important that anybody knows the genesis of it, because if the language comes from that passionate resource, it will be able to embrace all passionate activity.

Freue mich sehr auf unser Essen heute abend und die Party am Samstag. Bis dann!

No responses yet

Dec 31 2009

Adorno: Kälte / Auschwitz / Wärme / Liebe

Published by Lothar Evers under ...on the web, Love

Habe einen hervorragenden youtube chanel zur Kritischen Theorie entdeckt und schaue ältere Dokumentationen. Darin das folgende Zitat von Theodor W. Adorno, dass sich ähnlich, aber nicht ganz so pointiert, auch in seinem Aufsatz “Erziehung nach Auschwitz” findet:

Wäre diese Kälte nicht ein Grundzug der Anthropologie, also der Beschaffenheit der Menschen, wie sie in unserer Gesellschaft tatsächlich sind, wären also nicht die Menschen im Grunde gleichgültig gegen das, was mit allen anderen geschieht – außer den paar, mit denen sie eng und womöglich durch Interessen verbunden sind, so wäre Auschwitz nicht möglich gewesen. Die Menschen hätten es dann nicht hingenommen.

Die Kälte der gesellschaftlichen Monade, des gesellschaftlich isolierten Konkurrenten, ist als Indifferenz gegen das Schicksal der anderen die Voraussetzung dafür, dass alle zusahen und keiner sich regte.

Nun, meine Damen und Herren, bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Ich möchte nicht die Liebe predigen, deshalb, weil ich es vergeblich halte, sie zu predigen, und auch, weil keiner das Recht hätte, sie zu predigen, weil jener Mangel an Liebe – ich sagte es schon – der Mangel aller Menschen ist ohne Ausnahme, so, wie sie heute existieren. Liebe predigen setzt in denen, an die man sich dabei wendet, bereits eine andere Charakterstruktur voraus. Denn die Menschen, die man lieben soll, sind ja selber so, dass sie nicht lieben können, und darum keineswegs so liebenswert.

Es war einer der großen Impulse des Christentums, dass es die alles durchdringende Kälte gefühlt hat und versucht hat, sie zu verändern. Aber dieser Versuch – und ich glaube, das muss gesagt sein, ist vergeblich geblieben, weil er nicht an die gesellschaftliche Ordnung rührte, welche die Kälte produziert und reproduziert.

Vielleicht ist die Wärme unter den Menschen, nach der alle sich sehnen, außer in kurzen Perioden und ganz kleinen Gruppen, vielleicht auch unter manchen „Wilden“, bis heute überhaupt noch nicht gewesen. Wenn irgendetwas helfen kann gegen diese Kälte als Bedingung des Unheils, dann ist es allein … der Versuch, im individuellen Bereich Möglichkeiten zu schaffen,die dem entgegen sind.

Man möchte glauben, je weniger in der Kindheit versagt wird, je besser Kinder behandelt werden, umso mehr Chance sei dazu. Aber auch hier ist vor Illusionen zu warnen, nicht nur deshalb, weil Kinder, die gar nicht die Grausamkeit und Härte des Lebens erfahren, dann,wenn sie aus dem Geschützten entlassen werden, erst recht der Barbarei ausgesetzt sind.

Und hier hört man Adorno im Originalton:

No responses yet

Feb 17 2008

…to the end of love…

Published by Lothar Evers under Love, Lyrics & Songs

Here are my two favorite lovesongs in one entry. Marianne Faithful is first with “Crazy Love“. I could not find a suitable video on youtube so here is the audio:

Crazy Love

Hated by all and everywhere he goes
Blazing contempt for human life and lies
Murder as art and what he knows he knows
from life and fear in other people’s eyes

Crazy love is all around me
Love is crazy love is kind
But I know somehow you’ll find me
Love is crazy love is blind

She walks the boulevard without a care
Knowing too much but having come so far
Pretending life is just a game you play for nothing
Loving no-one and no-where

Crazy love is all around me
Love goes crazy given time
But I know somehow you’ll find me
Love is crazy love is blind

She looks as if expecting a surprise
Maybe an encounter that will change her life
Not knowing hot from cold or good for bad
If life is just a joke or if it makes her sad

Crazy love is all around me
Love is crazy love is kind
But I know somehow you’ll find me
Love is crazy love is blind

Crazy love is all around me
Love goes crazy given time
But I know somehow you’ll find me
Love is crazy love is blind

Many Love songs are about sadness when a love has ended. “Crazy Love” deals with the promising opening of love or even the anticipation of a coming love still in search for the lovers. Similar timing in “Dance me to the end of love” by Leonard Cohen about the  hope at the beginning of each love to reach and cross every limit. The “end of love” in this song can have so many different shades and meanings. Beside the traditional “till death us part“, it means “to the limits where our love ends” as well as “through these limitations at the current boundary of our love“.
There are many recordings of this song. I like this matured life version most:

“Dance me to your beauty with a burning violin
Dance me through the panic ’til I’m gathered safely in
Lift me like an olive branch and be my homeward dove
Dance me to the end of love
Dance me to the end of love
Oh let me see your beauty when the witnesses are gone
Let me feel you moving like they do in Babylon
Show me slowly what I only know the limits of
Dance me to the end of love
Dance me to the end of love

Dance me to the wedding now, dance me on and on
Dance me very tenderly and dance me very long
We’re both of us beneath our love, we’re both of us above
Dance me to the end of love
Dance me to the end of love

Dance me to the children who are asking to be born
Dance me through the curtains that our kisses have outworn
Raise a tent of shelter now, though every thread is torn
Dance me to the end of love

Dance me to your beauty with a burning violin
Dance me through the panic till I’m gathered safely in
Touch me with your naked hand or touch me with your glove
Dance me to the end of love
Dance me to the end of love
Dance me to the end of love

Nachdem Cohen und Faithfull gebührend eingeführt sind, hier meine beiden liebsten Songs zum Thema Liebe. Beide behandeln den Auftakt, die Option, die Verheissung des Zusammenkommens. Wobei das “to the end of love” bei Cohen unzählige Bedeutungen annehmen kann: von klassischen “bis dass der Tod Euch scheidet” über “bis wir das Potential unserer Liebe erschöpft ist und sie endet” bis zu “über die Begrenztheit dessen was wir uns vorstellen können hinaus“.
Show me slowly what I only know the limits of!

No responses yet

Feb 04 2008

Me-ti I: Kin-Jeh über die Liebe…

Published by Lothar Evers under Literatur, Love

I lived a passionate love for the last five weeks. This love, for reasons not to be mentioned here, is now terminated or at least interrupted. We used to exchange our views in quoting lyrics and prose a lot. As I could not find my issue of Bertolt Brecht: “Me-ti / Buch der Wendungen” for a while “Kin-Jeh on Love…” was not yet included into our intense exchange during these five weeks. So here it is especially for you A.:

Kin-Jeh über die Liebe

Ich spreche nicht über die fleischlichen Freuden, obgleich über sie viel zu sagen wäre, noch über die Verliebtheit, über die weniger zu sagen ist. Mit diesen beiden Erscheinungen käme die Welt aus, aber die Liebe muss gesondert betrachtet werden, da sie eine Produktion ist. Sie verändert den Liebenden und den Geliebten ob in guter oder in schlechter Weise. Schon von aussen erscheinen Liebende wie Produzierende, und zwar solche einer höheren Ordnung. Sie zeigen die Passion und Unhinderbarkeit, sie sind weich ohne schwach zu sein, sie sind immer auf der Suche nach freundlichen Handlungen, die sie begehen könnten (in der Vollendung nicht nur zum Geliebten selber). Sie bauen ihre Liebe und verleihen ihr etwas Historisches, als rechneten sie mit einer Geschichtsschreibung. Für sie ist der Unterschied zwischen keinem Fehler und nur einem Fehler ungeheuer – welchen Unterschied die Welt ruhig vernachlässigen kann. Machen sie ihre Liebe zu etwas Ausserordentlichem, haben sie nur sich selber zu danken, fallieren sie, können sie sich ebenso wenig mit den Fehlern des Geliebten entschuldigen wie etwa die Führer des Volks mit den Fehlern des Volks. Die Verpflichtungen, die sie eingehen, sind Verpflichtungen gegen sich selber; niemand könnte die Strenge aufbringen in Bezug auf die Verletzungen der Verpflichtungen, die sie aufbringen. Es ist das Wesen der Liebe wie anderer grosser Produktionen, dass die Liebenden vieles ernst nehmen, was andere leichthin behandeln, die kleinsten Berührungen, die unmerklichsten Zwischentöne . Den besten gelingt es, ihre Liebe in völligen Einklang mit anderen Produktionen zu bringen; dann wird ihre Freundlichkeit zu einer allgemeinen, ihre erfinderische Art zu einer vielen nützlichen und sie unterstützen alles Produktive.

Die Me-ti Geschichten von Bertolt Brecht habe ich zuerst 1973 gelesen. Dann alle paar Jahre wieder. Bei jedem Lesen waren mir völlig andere Geschichten aus dieser Sammlung wichtig. Doch diese hier, “Kin Jeh über die Liebe” hat sich über die Jahre zu einem mich kontinuierlich begleitenden Wegweiser entwickelt.

No responses yet

Jan 20 2008

… I´m glad that you stood in my way…

Published by Lothar Evers under Love, Lyrics & Songs

Recently i communicate a lot about love and partnership. My favorite poets on that issue are Leonard Cohen from the male and Marianne Faithfull from the female perspective. I started this “Triumph and Disaster” blog in April 2007 with Cohens poem/song “If it be your will…“. Here is another Cohen favorite of mine “Famous blue raincoat…“. A letter written by L.C. to an unnamed rival, that is the setting of this great love song.
I had quoted Max Frischs Stiller before in this blog: “…die Tapferkeit, ohne Vorwurf denken zu können, dass der Partner vielleicht glücklicher wird ohne uns…” (”… the bravery, to imagine without reproach our partner might be more contented without us…”).
It is exactly this -even in hindsight- difficult thought that Cohen expresses in the lines “…I´m glad, that you stood in my way” (…) thanks, for the trouble you took from her eyes. I thought it was there for good so I never tried…”. Here is the song:

Leonard Cohen aus männlicher und Marianne Faithfull aus weiblicher Perspektive sind meine Dichterexperten zum Thema Liebe und Partnerschaft. Mit “If it be your will…“von Cohen hatte ich “Triumph and Disaster” im April 2007 begonnen. Cohens Gedicht/Song “Famous blue raincoat…“, knüpft an einen Gedanken an, der hier schon einmal im Zitat aus Max Frischs Stiller angeklungen ist: “…die Tapferkeit, ohne Vorwurf denken zu können, dass der Partner vielleicht glücklicher wird ohne uns…“. Hier bei Cohen lauten die entsprechenden Zeilen: “…I´m glad, that you stood in my way” und “thanks, for the trouble you took from her eyes I thought it was there for good so I never tried…”. L.C. hat fürwahr ein ungewöhnliches Sujet für diese Liebeslied gewählt: Brief an den Rivalen, zwei Männer unter sich:

Leonard Cohen: Famous blue raincoat…

It’s four in the morning, the end of December
I’m writing you now just to see if you’re better
New York is cold, but I like where I’m living
There’s music on Clinton Street all through the evening.
I hear that you’re building your little house deep in the desert
You’re living for nothing now, I hope you’re keeping some kind of record.

Yes, and Jane came by with a lock of your hair
She said that you gave it to her
That night that you planned to go clear
Did you ever go clear?

Ah, the last time we saw you you looked so much older
Your famous blue raincoat was torn at the shoulder
You’d been to the station to meet every train
And you came home without Lili Marlene

And you treated my woman to a flake of your life
And when she came back she was nobody’s wife.

Well I see you there with the rose in your teeth
One more thin gypsy thief
Well I see Jane’s awake –

She sends her regards.

And what can I tell you my brother, my killer
What can I possibly say?
I guess that I miss you, I guess I forgive you
I’m glad you stood in my way.

If you ever come by here, for Jane or for me
Your enemy is sleeping, and his woman is free.

Yes, and thanks, for the trouble you took from her eyes
I thought it was there for good so I never tried.

And Jane came by with a lock of your hair
She said that you gave it to her
That night that you planned to go clear –

Sincerely, L. Cohen

That is a timeless song. Cohen just celebrated his 75th birthday. Usually I do noz likethese concert recordings a lot. But let us mak an exception for this song:

One response so far

Next »