Party / Spenden / Schlampen…

Manchmal verpasse ich Termine. Oft zum Leidwesen meiner Mitmenschen. Noch öfter schade ich mir selbst.
Da ist es schön, wenn Hoffnung in letzter Minute naht.
Konkret:
erst jetzt melde ich mich zur Digital Marketing Messe dmexco in Köln an. Die meisten Parties sind ausgebucht.

Lösung?:
monti-man auf PP-Blogsberg verlost noch fünf Eintrittskarten, wenn…
ja wenn ich hier für Spenden an eine gemeinnützige Organisation werbe.

Das fällt mir kaum schwer:
Medico International
nah an der Not und Verzweiflung, kein Helfersyndrom, tolle KollegInnen, und: mit politischer Perspektive.

Zum Jahreswechsel….

Noch wenige Stunden, und das Jahr 2007 ist zu Ende.
Man kann sich ja all den Rückblicken und Jahresbilanzen gar nicht entziehen. Genau so wenig dem eigenen Drang, noch einmal zurück zu schauen.
Eben habe ich auf der Rückfahrt von Köln in die Eifel laut gelacht.
Das kommt immer mal wieder, aber auch längst nicht jeden Tag vor.

Dabei sollte man hinter dem Titel
Wegmarken: Eiszeit – Warmzeit – Endzeit: Anmerkungen zur Klimadebatte

ausgestrahlt heute um 18:40 auf dem Sendeplatz von “Hintergrund Politik” nun wirklich nichts zum Lachen vermuten. Deshalb folgt hier der Link zum Podcast des Deutschlandfunkes, wo man sich den Beitrag sowohl anhören als auch downloaden kann.
Also:
20 Minuten reservieren und zuhören.
Und vielleicht hier einen Kommentar einstellen, ob sie es zum Lachen oder einfach nur grässlich, politisch unkorrekt fanden.

Just a few hours and the year 2007 will be gone. This audio is for our English speaking friends that like to practice German with a good laugh. Listen, practice and comment.

May all your wishes and dreams come true in 2008.
Alle Ihre Wünsche und Träume für das Jahr 2008 mögen in Erfüllung gehen!
Wobei wir natürlich wissen, dass wir selbst daran ausdauernd mitwirken müssen.

Searching for Ronald

Back to the clowns.
At G8tv i found a beautiful video. The Rebell clowns at Rostock searching (or trying to liberate) ”Ronald McDonald”. It can not be imbedded here so please: “Search for Ronald”

Panzer zu Verschenken? Tank to donate?

Bin inzwischen im Mailverteiler der Clandestine Insurgent Rebell Clowns Army (C.I.R.C.A.). Heute erreicht mich über diesen Verteiler die herzliche Bitte der Space Hijackers , sie bei der Beschaffung eines Panzers zu unterstützen. Nun habe ich an mehreren Stellen gelesen, dass man in den neuen Bundesländern NVA- Nostalgiespielplätze mit geselligem Panzerfahren betreibt. Vielleicht lässt sich von dort etwas für die vom 11.-14. September 2007 in London stattfindende Waffenaustellung Defence Systems & Equipment International Exhibition 2007 (DSEi) und die hierzu geplanten Aktionen der Space Hijackers arrangieren. im Folgenden zunächst der Text in englisch und darunter die deutsche Übersetzung.

WE WANT A TANK, WE NEED A TANK, HELP THIS GOOD CAUSE!

Who are the Space Hijackers?
The Space Hijackers are a bunch of misfit troublemakers who have been kicking up a storm since 1999. We have held parties for 3000 people on the London Underground circle line, we have tricked Nike Town into a half price sale by printing our own “EVERYTHING INSTORE HALF PRICE TODAY” T-shirts and tidying up. We have bought a boat and invaded an island in the Docklands in London to host a pirate party and we have smashed the Capitalists for six in our midnight Anarchist Vs Capitalist cricket
tournaments.

What’s this all about?
There comes a time in every activist groups development when they realise that there is something missing in their set up. We have been striving to cause trouble, save the world and wind up the powers that be for 8 years now. However we still don’t own a tank, or indeed any kind of armoured personnel carrier.
Please help us right this wrong.

Why do you need a tank?
Every two years the ExCeL exhibition centre in East London plays host to DSEi, Europe’s largest arms fair. Representatives from all of the major arms manufacturers pimp their wares to rogue states, impoverished nations and invading armies with the full support of the UK government. In fact the police firearms squad tried to raid the fair in 2005 only to be turnedback by the government.

On the last two occasions we have attempted to infiltrate the fair, embarrass the dealers and cause a ruckus. In 2003, we caught the trains to the fair with the arms dealers. Suited up and looking business-like we pulled prosthetic limbs (arms) from our cases and attempted to sell them to the dealers. In 2005, worried about their obsession with phallic
objects such as rockets we attempted to sell sex toys to the dealers to make up for their lack of “weapons capabilities”. Generally however we are escorted out by the police.

This year we have decided to take things up a notch or ten. We want to buy a tank, we want to drive it into the arms fair! We don’t want to be shoved around by burly policemen any more. Can’t really say much more at the moment, but you get the gist.

What about after the Arms Fair?
Assuming they haven’t tested their anti tank missiles on us. We are an enterprising group, with mischief simply brimming out of our beer fuelled brains. We have many many many plans for the tank in the future, especially once we have kitted it out with a full sound system (which has already been donated!)

How can I help?
You can help by lending us one of your tanks if you have any spare.
You can help by offering us free secure parking for our tank.
You can help by lending us your mechanic skills to turn our gas guzzler into a bio diesel green tank.

Of course the simplest way of helping is by giving us a small amount of money towards the tank or by passing this email on to your rich mates and getting them to donate us a slightly larger amount of money.
Click on the link below to donate and forward this to your friends:
http://www.spacehijackers.org/tank

WIR WOLLEN EINEN PANZER; WIR BRAUCHEN EINEN PANZER;
HELFEN SIE DIESER GUTEN SACHE:

Wer sind die Space Hijackers?
Wir, die Space Hijackers sind ein Haufen randständiger Krawallmacher, die seit 1999 einen lebendigen Sturm entfacht haben. Wir haben Feten für 3000 Gäste auf der Londoner Ubahnlinie “Circle Line” veranstaltet. Den Nike Store in der Londoner City haben wir in ein “Halb Preis Paradies” verwandelt indem wir dem Personal beim Aufräumen ein wenig geholfen und dabei unsere selbst gebauten Tshirts “HEUTE ALLES ZUM HALBEN PREIS” getragen haben. Wir haben ein Schiff gekauft und eine Insel in den Docklands von London geentert um dort eine “Piraten Party” zu veranstalten. Und nicht zuletzt blieben wir Sieger mit sechs Punkten Vorsprung bei unseren Mitternacht Cricket Turnieren “Anarchisten ./. Kapitalisten in der Londoner City.

Genug der Vorrede.
In der Geschichte jeder Gruppe von Aktivisten gibt es den Zeitpunkt wo man bemerkt das etwas fehlt. Seit 8 Jahren versuchen wir Ärger zu machen, die Welt zu retten, und die Mächtigen dieser Welt auf zu mischen. Trotzdem besitzen wir immer noch keinen Panzer, um ehrlich zu sein: nicht einmal einen gepanzerten PKW.
Helfen Sie uns bitte diesem Missstand abzuhelfen.

Wozu wir einen Panzer brauchen?
Alle zwei Jahre findet auf dem Excel Ausstellungsgelände im Osten Londons die DSEi, Europas grösste Waffen Messe, statt. Die Aussendienstler aller Waffenschmieden dieser Welt verticken da ihren Warenbestand an Schurkenstaaten, verarmte Nationen und Invasionsarmeen weltweit. Das ganze mit breiter Unterstützung der britischen Regierung. Das Polizeikommisariat für “illegalen Waffenbesitz wollte im Jahr 2005 auf der Messe eine Razzia durchführen, wurde aber von der Regierung zurück gepfiffen.

Auf den letzten beiden DSEi Messen haben wir versucht uns ein zu schleichen, die Dealer zu verwirren und so für allgemeinen Krawall zu sorgen. 2003 haben wir in den Zügen zum Messegelände dem anreisenden Standpersonal versucht Prothesen zu verkaufen. 2003 verkauften wir Sex Spielzeug in Sorge über die Fixierung des Personals auf metallene Phallussymbole. Stets endeten unsere Aktionen damit, dass die Polizei uns vor die Tür setzte. Dieses Jahr wollen wir ein bis zehn Ticks zulegen. Wir planen einen Panzer zu kaufen und damit auf das Messegelände zu fahren. Wir haben es satt von bulligen Polizisten rum geschubst zu werden. Viel mehr können wir hier nicht enthüllen. Das Wesentliche haben Sie sicher verstanden.

Und nach der Ausstellung?
Nehmen wir mal an, die Aussteller haben ihre Anti Tank Raketen nicht an uns getestet. Wir sind eine unternehmungslustige Truppe deren Bier beduselten Gehirne vor Unfug nur so überlaufen. Und für einen Panzer gibt es natürlich schon jetzt jede Menge Pläne, insbesondere wenn er erst mit dem bereits gestifteten Soundsystem  ausgestattet ist.

Wie Sie uns helfen können?
Sie könnten uns einen Ihrer im Moment nicht benötigten Panzer ausleihen.
Sie könnten uns einen sicheren Gratisparkplatz für unser Fahrzeug anbieten.
Mit ihrem Fachverstand als Mechaniker könnten Sie unsere Spritschleuder in einen umweltfreundlich grünen Bio-Diesel Panzer umbauen.

Die einfachste Form der Hilfe besteht natürlich in einer kleinen Spende.
Oder geben Sie diesen Aufruf an ihre reichen Kumpels weiter und überzeugen Sie die, uns eine etwas grössere Summe zu spenden.  Mehr Infos über dieses Link:
http://www.spacehijackers.org/tank

Muss es immer erst knallen?

Die Pläne, das Kuratorium der Zwangsarbeiterstiftung “Erinnerung Verantwortung und Zukunft” fest in deutsche Hand zu überführen, scheinen vom Tisch. Jedenfalls rudert Dieter Wiefelspütz, innenpolitischer Sprecher der SPD, der den Ausschluss der NS-Verfolgten und ihrer Heimatländer zunächst mit getragen hatte zurück.
Berichtet die “Berliner Zeitung“.

It seems that at least the SPD has realized that it was not such idea to exclude the organizations of Nazi victims from the German forced labor foundation: reports today the “Berliner Zeitung“.

Ausserdem in der “TAZ” von heute zum Abschluss der Auszahlungen ein Interview mit Professor Ulrich Herbert:

Und wer darf diesen Erfolg für sich verbuchen? Rot-Grün? Die Öffentlichkeit? Oder war es der Druck der Klagen in den USA gegen deutsche Firmen?
Alles drei in gleichem Masse. In der Öffentlichkeit wurde das Thema schon in den 80ern diskutiert. Die Klagen haben die Firmen unter Druck gesetzt, Rot-Grün hat die Entschädigung durchgesetzt. Übersehen wurde aber oft, dass es bei den Sammelklagen in den USA nur um Juden ging – doch 95 Prozent der Zwangsarbeiter waren keine Juden. Rot-Grün wollte anfangs, mangels historischer Kenntnis, auch nur jüdische Zwangsarbeiter entschädigen. Es war ein Verdienst der viel geschmähten Anwälte, vor allem von Michael Hausfeld, auch nicht jüdische Zwangsarbeiter zu vertreten. Das war der Durchbruch für die Entschädigung osteuropäischer Opfer.

Die Bilanz von Otto Graf Lambsdorff findet sich in der “Welt”:

WELT ONLINE: Hat die heikle Arbeit, die Entschädigung ehemaliger NS-Zwangsarbeiter international auszuhandeln, Ihr Geschichtsverständnis verändert?
Otto Graf Lambsdorff: Mein Geschichtsverständnis hat sich insofern verändert, als ich sehr viel näher an das Schicksal von Menschen herangekommen bin, die unter der nationalsozialistischen Zwangsherrschaft höchst persönlich gelitten haben. Die Fakten waren ja eigentlich nicht neu, wir kennen das aus Büchern, dem Fernsehen, Filmen. Aber mit so vielen früheren Zwangs- und Sklavenarbeitern selbst zu sprechen, macht ihr Schicksal noch einmal viel authentischer. (…)
WELT ONLINE: Dem deutschen Recht ist die Sammelklage bislang – im Gegensatz zu den USA – weitgehend fremd. Sollte die Sammelklage auch in Deutschland stärker akzeptiert werden?
Lambsdorff: Das ist eine interessante Frage, die weit über das Thema Zwangsarbeiter hinausgeht. Meine Meinung: Wenn tausende geschädigte Aktionäre irgendeiner Aktiengesellschaft über das Instrument der Sammelklage Ansprüche durchsetzen können, begrüsse ich das durchaus. Es gibt solche Möglichkeiten auch schon im deutschen Recht.

C.I.R.C.A

We need you for C.I.R.C.A.s Clowns Army

Das meiste was wir in Heiligendamm zu sehen bekamen liess sich leicht vorhersagen:

  • die Arroganz der Macht
  • spektakuläre Stunts vor laufender Fernsehkamera von Greenpeace
  • die obligatorischen open air Konzerte gegen den Hunger
  • die militärischen Zusammenstösse zwischen Polizei und Schwarzen Blocks

Das hoffnungsvolle neue Element -jedenfalls für mich- waren die Clownbatanten von C.I.R.C.A. Diese Abkürzung steht für “Clandestine Insurgent Clowns Army“, was man in Deutsch am besten als “Klammheimliche Rebellen Clown Armee” übersetzen könnte. Hier erlebten wir eine organisierte, ja exerzierte Form der politischen Intervention bei gleichzeitig weitgehender Individualität der handelnden Subjekte. Klingt abstrakt, lässt sich aber gut an diesem kurzen Video studieren: Clowns zwischen Polizeisperre und schwarzem Block:
[youtube SN3gTTe_BHM]

Recherchiert man auf C.I.R.C.A.s website clownarmy.org bemerkt man sofort: diese Clowns sind alles andere als dumm. Da finden sich Zitate von Chogyam Trungpa Rimpoche neben denen von Dario Fo, Walter Benjamin spricht mit Abbie Hoffman. Mein Lieblingszitat stammt von Adrien Wettach, der Welt besser bekannt unter seinem Clownnamen, Grock:

Ich gehe erst raus auf die Bühne, wenn mein Panzer des Selbstschutzes von mir abgefallen ist. Dann bin ich aufnahmefähig wie eine Mimose. Dann gibt es einfach nichts mehr, was ich nicht spüre, nichts auf das ich nicht reagieren könnte.

Es ist lohnend tiefer in den politischen und philosophische Hintergrund von C.I.R.C.A. einzusteigen.Kolonel Klepto Auf der erwähnten Webseite finden sich einige ausführliche Artikel. u.a von Kolonel Klepto, den wir hier bei einem seiner Einsätze als Clownbatant sehen. Überhaupt sind die Clowns Meister des Wortspiels. Den Krieg in dem sie kämpfen ist der “War against Error“. Den Namen der Clownsarmee assoziieren sie wie folgt:

  • Clandestine: wir verweigern uns der Inszenierung von Prominenz;
  • Insurgent: wenn wir stolpern und stürzen, stehen wir gleich wieder auf, und wieder auf, und wieder auf;
  • Rebels: wir verweigern denen, die Macht horten und missbrauchen, unseren Gehorsam und desertieren von ihnen: für immer;
  • Clowns: wir können alles überleben und uns alles erlauben;
  • Army: nur eine Armee kann dem absurden Krieg den absurden Krieg erklären;

Zusammengefasst findet sich die Strategie in den Passagen des folgenden Textes, den man getrost als Manifest der Rebellenclowns verstehen kann:

C.I.R.C.A. ist keineswegs eine weitere Entschuldigung sich aufzutakeln und so Farbe und Lachen in die grauen Reihen der Protestbewegung zu bringen. Wir sind kein abgerissener Haufen von Aktivisten, mit Pappnasen, einem Klecks Schminke, Militärhosen und geschmacklosen Perücken. Wir sind eine hoch disziplinierte Armee best ausgebildeter Clowns, eine Miliz echter Narren, ein Battailon geborener Buffos. C.I.R.C.A.’s, Kämpfer spielen nicht Clowns, sie sind Clowns, echte Clowns. Clowns, die aus der blutleeren Sicherheit des Zirkus abgehauen sind, die ihre Zeit nicht länger auf banalen Kinderparties vergeuden. Diese Narren haben ihre Zepter weggeworfen, die Ketten, die sie an den Thron fesselten, gesprengt. C.I.R.C.A. macht Clown sein wieder gefährlich. Wir bringen die Narren zurück auf die Strasse, rekonstruieren ihren Ungehorsam und geben ihnen so ihre ursprüngliche soziale Funktion zurück: Gesellschaft zu stören, zu kritisieren und (dadurch) zu heilen. Wir sind genau das; circa:
ungefähr und ambivalent, weder hier noch dort, aber exakt am mächtigsten aller Orte, dazwischen: mittendrin zwischen Ordnung und Chaos.
Run away from the Circus!

Spielen Sie mit dem Gedanken, sich als Freiwilliger im “War against Error” zu engagieren? Hier ist das offizielle Rekrutierungsvideo:
[youtube t_jS3Wh8g6s]