Archive for the 'Film' Category

Dec 14 2009

“Helen”…

Published by Lothar Evers under Film, Kulturtipp

… habe ich gestern im Kino gesehen.
Der Einbruch von Helens Depression in eine heile kanadische Kleinfamilie zeigt, wie schnell diese Ministruktur aus drei Personen: (Stief)vater, Mutter, Kind an ihre Grenzen stösst. Zeigt auch, dass es weiterer Menschen in enger Verbundenheit: ExpartnerIn, Assistentin, Psychoseerfahrene braucht, um halbwegs auf die Herausforderung “Lebenskrise” zu reagieren. Herausragend: die Frauenbeziehung zwischen Helen und ihrer Krisenlotsin Mathilda. Nicht auszudenken, man könnte dieses Menschennetz in dauerhaftere verlässliche Nähe transformieren und integrieren.
Zum Schluss: ein (mich) nicht überzeugendes (Happy?)end: nach Elektroschock und Teilverlust des Gedächtnisses: Heimkehr in die Kleinfamilie. Nichts ist wie vorher, oder: doch? Ausgetauscht: nur der Hund. Er heisst jetzt: “Macho”.
Der Trailer zu “Hellen” verteilt klare Rollen, so typisch wie falsch:

“Friendship will bring hope…”
“Family will bring strength…”
“Love will bring a new beginning…”

So ein Unsinn! Da fokusiert Autorin und Regisseurin Sandra Nettelbeck leider doch voll aufs Klischee statt auf komplexe Wahrheiten. Trotz der fragwürdiger Auflösung zum Ende: “Helen” bleibt ein sehenswerter Film mit brillanten SchauspielerInnen, insbesondere: Laureen Lee Smith als Mathilda.

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Oct 10 2009

deja vue…

Published by Lothar Evers under Film, Lyrics & Songs

3 sat zeigt im Moment aussergewöhnliche Musikfilme. Gestern abend: “deja vue”. Der Film dokumentiert die “Freedom of speech” Tour von Crosby Stills Nash and Young im Jahr 2006.

Jetzt liegt die Ära Bush hinter uns. Das konnte im April/Mai 2006 (noch) niemand ahnen, als Neil Young in wenigen Tagen sein Album  “Living with War” heraus rotzte. Young hatte Bushs “Patriots Act” unterstützt. Um  so bedeutender dann seine Kehrtwende. Getreu seinem Bekenntnis, “I don’t have a view, I have an opinion that changes because everyday is a different day”, heist es im song “shock and awe” selbstkritisch:
“We had a chance to change our minds / but somehow wisdom was hard to find.”
Zu Youngs Projekt gehört eine bis heute fortgeführte und im Film immer wieder zitierte “Living with War” Webseite. Lieder und Songtexte waren bereits per Internet über eine Million mal verbreitet, bevor das Album veröffentlicht wurde.

Yesterday on Germans TV channel 3sat: “deja vue”, music documentary about the “Freedom of speech” Tour of Crosby Stills Nash and Young in 2006.

Die Stimmung, die ein Liedtitel “Lets impeach the President for lying…” auslöst, ebenso wie Youngs Intentionen  zeigt dieser Ausschnitt aus der TV serie “showbiz today” noch vor Veröffentlichung des Projektes:

So intim hatte es mit diesem Song bei den recording sessions  für
“Living with war” begonnen:

Hier ist das offizielle Release Video des Songs von Neil Youngs
“Living with war” Webseite:

Und so fühlt sich das ganze live auf der “Freedom of speech” Tournee an,
für die Neil Young dann auch seine Freunde CS&N gewonnen hat,
um die Titel von “Living with war” live zu spielen.

Immer wieder schafft es Neill Young unterbewusste Wünsche und
Hoffnungen der American People auf den Punkt zu bringen,
wie in der Beschreibung der Leerstelle, “Looking for a Leader”.
Darin die (fast) visionären Zeilen:
And maybe it’s a woman
Or a black man after all

Yeah maybe it’s Obama
But he thinks that he’s too young
Maybe it’s Colin Powell
To right what he’s done wrong

America has a leader
But he’s not in the house
He’s walking here among us
And we’ve got to seek him out

Das -für mich- Beeindruckenste  dieser Dokumentation:

Neil Young, wie Bob Dylan, Bruce Springsteen verbalisieren, was andere
nur diffus fühlen. Young formuliert diese Fähigkeit in einem Interview
mit Charlie Rose
:

“This is the essence of his feeling (…), you can not keep that. That comes
and goes through you. You can not strive to be that. There is no way you
own it. It is a gift that keeps on giving, then it goes away. Then it comes
back. And if you are ready to accept it, it is there.”

Weiterführend:
Neil Young Interview im “Rolling Stone”:
I never want to do another tour like that in my life…

“New York Times” über die hohe Suizidrate unter amerikanischen Kriegsverteranen:
“After Combat, Victims of an inner war”

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Oct 07 2009

so often neglected…

Published by Lothar Evers under ...on the web, Film

… the Universal Declaration of  Human Rights.
A great Film about things that should be granted and so seldom are.

Sie sollten garantiert sein. Doch betrachtet man diesen Film, kann man fast eine Strichliste führen. So unselbstverständlich ist die Achtung der Menschenrechte.

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Aug 31 2009

“Ich bin lange fort gewesen…” / “I been away a long time…”

Published by Lothar Evers under Film, Literatur, Quotes

I been silent so long now it’s gonna roar out of me like floodwaters (…)you think this is too horrible to have really happened, this is too awful to be the truth!(…)
But it’s the truth even if it didn’t happen.

“Chief” Bromden
der “Ich Erzähler” in Ken Keseys Roman
One Flew Over The Cuckoo’s Nest

“Einer flog über das Kuckucksnest” habe ich geliebt. 1975 als der Film heraus kam, konnte ich noch nicht ahnen wie nah ich selber der Anstalt und deren Geschichte in diesem Land kommen würde. McMurphy, (Jack Nicholson) zahlt einen hohen Preis für seine Lust am Aufruhr. Zu recht wurden dem Film fünf Oscars verliehen: “Bester Film, Beste Regie, Bestes Drehbuch nach literarischer Vorlage, Bester Hauptdarsteller, Beste Hauptdarstellerin”. Kesey´s Buch  las ich viel später. Es erzählt die Geschichte aus der Sicht von “Häuptling Bromden” und endet mit dem Satz, der als Motto über diesem Blogbeitrag steht: “Ich bin lange fort gewesen…”. Der Film endet mit dem fliehenden Häuptling, der den Waschtisch aus der Verankerung reisst und (in Zeitlupe) aus dem Fenster der Anstalt flieht. Das Buch verharrt auch an seinem Ende in einer merkwürdigen Schwebe: Dem Häuptling ist die Flucht gelungen. “Sein” Buch ist beendet, die Geschichte erzählt. Aber seine Flucht scheint beendet. Nicht: “ich bin (schon) lange fort…” sondern: “fort gewesen“. Nur wenig versöhnlicher im Englischen: “I been away a long time”.

Also:wohl wieder eingefangen, in die Anstalt zurückgekehrt. Und, wohl keiner da, der die Geschichte für  uns und den Häuptling weiter erzählt.

Spinnen wir also den Faden des Scheiterns, des Aufruhrs und der Triumphe weiter: Triumph and Disaster sendet wieder.

“I been away a long time,” are the last words of chief Bromden after he told us Mc Murphys story in Ken Keseys Novel “One Flew Over the Cuckoo’s Nest”. The novel ends more pessimistic then the famous Film by Miloš Forman“. Obviously the chief is back again the absence has ended.We are back again. After a long silence.

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