Alternativprogramm…

…gestern Abend zu den einstürzenden Dominosteinen in Berlin. Fünf Stunden Kino in Bonn auf Einladung der Gruppe Georg Elser. Fünf Stunden Kino von 20 Uhr bis ein Uhr morgens: Tsahal von Claude Lanzmann. Ein erhellendes Stück Kino ein Blick auf Israels Armee vor 15 Jahren:  mit Staabschefs die später Premierminister und Verteidigungsminister wurden, und möglicherweise einige ihrer differenzierten Beiträg damals vor Lanzmanns Kamera inzwischen vergessen haben.

Derweil in Berlin: Politik als Inszenierung…. Hier ein Blick auf die Proben:

I couldn’t feel, so I tried to touch…

Wenn es um Cover Versionen von Leonard Cohen Songs geht, bin ich extrem kritisch. Gestern abend habe ich mich live beim Jazz Festival in Neuwied über ein Cohen Cover extrem gefreut. Susanna and the Magical Orchestra wählten “Hallelujah” von Cohen als (einzige) Zugabe:

Susanna and the Magical Orchestra with a cover of Leonard Cohens famous song: Hallelujah. Heard it live yesterday at the Neuwied Jazz Festival.

… percussions like never before…

Meine eigenen musikalischen Fähigkeiten gingen über “dilletante” nie hinaus. Wenn überhaupt: Stimme und percussion. Gestern abend hatte ich Gelegenheit den Meister zusehen. Trilok Gurtu wird in Zukunft zu den Künstlern gehören, für die ich einen Tag anreisen werde um ihn zu hören. Gurtu spielt zur Zeit die percussions in der Jan Garbarek Group und gestern abend war zum 32 mal “Jazzfestival Neuwied”.

Das Konzert gestern stand ausserdem unter dem Motto “40 Jahre ECM”. Noch länger als “Jazz Neuwied” bietet diese Ausnahmelabel zeitgenössischen Künstlern eine Plattform für ihre Music. Hier die  Herren Garbarek uhnd Gurtu deutlich jünger mit Shankar und Zakir Hussain.

Trilok Gurtu spielt auch mit jüngeren Musikern in seiner “Trilok Gurtu Band”. Hier in Sines (Portugal) 2007:

Und noch ein wenig Geschichte / Theorie (auch schon über 10 Jahre alt / mit italienischen Einsprengseln):

… den Hitler jag ich in die Luft…

Vor 70 Jahren, am 8.November 1939 detonierte die Bombe im Bürgerbräukeller. 30 Nächte lang hatte Georg Elser sich dort einschliessen lassen, die tragende Säule ausgehöhlt und mit Sprengstoff vollgestopft. Adolf Hitler verliess den Saal 20 Minuten vor der Detonation. Zu diesem Zeitpunkt war Elser bereits beim Versuch über die  Schweizer Grenze zu kommen, verhaftetworden.
GeorgElser, ein einsamer Held zwischen allen Fronten.
Am 11. November 1939 bekundet die Sowjetunion gegenüber dem deutschen Botschafter in Moskau Friedrich-Werner von Schulenburg “ihr Bedauern und ihre Entrüstung über den ruchlosen Anschlag von München, ihre Freude über die glückliche Errettung Adolf Hitlers aus der Lebensgefahr und ihr Beileid für die Opfer des Attentats” aus.
Einen Monat vor Kriegsende, am 9. April 1945  wird Georg Elser im KZ Dachau auf Befehl Adolf Hitlers von einem SS-Aufseher durch Genickschuss ermordet.

Ein erhellendes Gespräch in Deutschland Radio Kultur mit dem Elser Biograph Hellmut G. Haasis.
Georg Elser (rechts) mit seiner Freundin Mathilde Niedermann und seinem jüngeren Bruder Leonhard auf der Insel Mainau (Bodensee), um 1929

Georg Elser (rechts) mit seiner Freundin Mathilde Niedermann und seinem jüngeren Bruder Leonhard auf der Insel Mainau (Bodensee), um 1929

Dokumentation…

… Tonne auf – Tonne zu…

Mein Lieblingslied aus der Sesamstrasse ist eindeutig:
“Ü-, Überrraschung ist schön…,
doch hat man sie dann erst gese -hen,
ist sie vorbei -ei -ei…
Ü- Ü- Überraschung, dub, dub Überraschung….”

Heute hingegen öffnet Oscar seine Tonne, zeitweise jedenfalls, um sich  richtig toll zu ärgern. Der Sinn dieser Reminiszenz an Kindheitserinnerungen vor dem Fernseher erschliesst sich wohl den meisten Lesern nicht. Unter uns weilt aber eine ungenannte Meisterin der Tonnologie, der ich dieses Ständchen zueigne.  Zumal ich mit ihr vielleicht noch Ärger habe, oder neuen bekomme, oder den Deckel vor der Nase zugeklappt, oder…
Jedenfalls: über  “Tonne zu!” habe ich reichlich dazu gelernt im letzten Jahr. Nun aber zu unseren heutigen Gaststars: Andrea Martin und Oscar the Grouch:

Kinder und Schweine…

Impfen oder nicht impfen lassen? Schon sechs Tote, jetzt die ersten aus Nicht Risiko Gruppen. Die Schweinegrippe hat es zu grosser Medienpräsenz gebracht.
Eine Kurzmeldung eben in “Wissenschaft aktuell” im Deutschlandfunk berichtet von einer anderen Dimension des Sterbens, die viel weiter weg scheint:

Täglich sterben mehr als 4.000 Kleinkinder an Lungenentzündung, obwohl die Krankheit einfach behandelt werden könnte. Lungenentzündung ist damit die häufigste Todesursache für Kinder unter fünf Jahren.