Ich ließ meinen Engel lange nicht los,
und er verarmte mir in den Armen
und wurde klein, und ich wurde groß:
und auf einmal war ich das Erbarmen,
und er eine zitternde Bitte bloß
Da hab ich ihm seine Himmel gegeben, -
und er ließ mir das Nahe, daraus er entschwand;
er lernte das Schweben, ich lernte das Leben,
und wir haben langsam einander erkannt…
Mit P. auf dem bewegenden Kongress “Polyamory” von Donnerstag bis Sonntag.
Gerade ein Feedback geschickt:
Zum Ende seiner “Rede an den kleinen Mann” schreibt Wilhelm Reich:
“Ich danke meinem Schicksal, dass ich mich fern hielt vom Geschwätz böser Nachbarn und dass ich in wirren Zeiten die Richtung meines Wesens nicht verlor.
Denn ich habe immer in mich hinein gehorcht und ich bin stets der leise mahnenden Stimme nachgegangen, die mir sagte:
Es gibt nichts ausser diesem: das Leben gut und glücklich zu leben!
Folge Deinem Herzen, auch wenn es vom Pfade ängstlicher Seelen wegführt.”
Diese Haltung “weg vom Pfad ängstlicher Seelen” habe ich noch nie bei so vielen Menschen gleichzeitig erlebt, wie an unserem Wochenende, in guter Distanz zu jedwedem “bösen Geschwätz”.
Dafür meine herzlichen Dank an Euch alle!
Mein ganz besonderer Dank zusätzlich an Euch, mit denen es persönlicher, individueller, dichter wurde.
Wer, wie wir, ausgetretene Pfade verlässt, betritt Neuland, erschliesst terra incognita auf vielfältigen Wegen. Wir haben die Offenheit und Kraft, diese verantwortete Vielfalt zu leben.
Meistens!
Weshalb das oben leicht gekürzte Satzende von Wilhelm Reich hier noch nachgetragen sei:
“Folge Deinem Herzen, auch wenn es vom Pfade ängstlicher Seelen wegführt.
Verhärte nicht, auch wenn Dich mal das Leben quält.”
3 sat zeigt im Moment aussergewöhnliche Musikfilme. Gestern abend: “deja vue”. Der Film dokumentiert die “Freedom of speech” Tour von Crosby Stills Nash and Young im Jahr 2006.
Jetzt liegt die Ära Bush hinter uns. Das konnte im April/Mai 2006 (noch) niemand ahnen, als Neil Young in wenigen Tagen sein Album “Living with War” heraus rotzte. Young hatte Bushs “Patriots Act” unterstützt. Um so bedeutender dann seine Kehrtwende. Getreu seinem Bekenntnis, “I don’t have a view, I have an opinion that changes because everyday is a different day”, heist es im song “shock and awe” selbstkritisch:
“We had a chance to change our minds / but somehow wisdom was hard to find.” Zu Youngs Projekt gehört eine bis heute fortgeführte und im Film immer wieder zitierte “Living with War” Webseite. Lieder und Songtexte waren bereits per Internet über eine Million mal verbreitet, bevor das Album veröffentlicht wurde.
Yesterday on Germans TV channel 3sat: “deja vue”, music documentary about the “Freedom of speech” Tour of Crosby Stills Nash and Young in 2006.
Die Stimmung, die ein Liedtitel “Lets impeach the President for lying…” auslöst, ebenso wie Youngs Intentionen zeigt dieser Ausschnitt aus der TV serie “showbiz today” noch vor Veröffentlichung des Projektes:
So intim hatte es mit diesem Song bei den recording sessions für “Living with war” begonnen:
Hier ist das offizielle Release Video des Songs von Neil Youngs “Living with war” Webseite:
Und so fühlt sich das ganze live auf der “Freedom of speech” Tournee an,
für die Neil Young dann auch seine Freunde CS&N gewonnen hat,
um die Titel von “Living with war” live zu spielen.
Immer wieder schafft es Neill Young unterbewusste Wünsche und
Hoffnungen der American People auf den Punkt zu bringen,
wie in der Beschreibung der Leerstelle, “Looking for a Leader”.
Darin die (fast) visionären Zeilen: And maybe it’s a woman
Or a black man after all
Yeah maybe it’s Obama
But he thinks that he’s too young
Maybe it’s Colin Powell
To right what he’s done wrong
America has a leader
But he’s not in the house
He’s walking here among us
And we’ve got to seek him out
Das -für mich- Beeindruckenste dieser Dokumentation:
Neil Young, wie Bob Dylan, Bruce Springsteen verbalisieren, was andere
nur diffus fühlen. Young formuliert diese Fähigkeit in einem Interview
mit Charlie Rose:
“This is the essence of his feeling (…), you can not keep that. That comes
and goes through you. You can not strive to be that. There is no way you
own it. It is a gift that keeps on giving, then it goes away. Then it comes
back. And if you are ready to accept it, it is there.”
… the Universal Declaration of Human Rights.
A great Film about things that should be granted and so seldom are.
Sie sollten garantiert sein. Doch betrachtet man diesen Film, kann man fast eine Strichliste führen. So unselbstverständlich ist die Achtung der Menschenrechte.
To something completely different again. This posting is part of an experiment that I will reveal later. Anyhow: I am quite satisfied with my first name: Lothar. Family legend tells my parents have chosen it because my grandmere had her roots in Lorraine (Lothringen in Germain). Lorraine like the Alsace was a territory right between and very mixed between Franc and Germany. So my grandmere and her three children grew up perfectly bilingual.
I have a second first name however, more difficult to bear: Gottfried. I got it like many children after my Godfather. Sometimes late at parties I used to joke and let people guess my second name. No chance of course but a great laughter was guaranteed.
Nach dem Ghetto Warschau radikaler Themenwechsel. Dieser Beitrag ist Teil eines Experiments bei dem ich u.a. gegen einen Zahnarzt in Insbruck antrete. Wird später enthüllt, bleibt aber zunächst geheim. Meinen Vornamen “Lothar” mag ich sehr. Die Familiensage meldet man habe mich nach Lothringen benannt der Heimat meiner “grandmere” Anna. Die stammte aus Thionville (Diedenhofen) war selber zweisprachig. Das waren auch ihre drei Kinder und mein Vater Paul kultivierte diese frankophilen Wurzeln. Mit Baskenmütze erinnerte er entfernt an “Jacques, den Lebenskünstler aus Paris” aus der Picon – Werbung, an den die Älteren sich vielleicht noch erinnern können. Uns Kindern machte er jedenfalls klar, dass wir mindestens mit einem Bein nicht in dieses bigotte Nachkriegsdeutschland gehörten, vielmehr Halbfranzosen seien. Meinen zweiten Vornamen bekam ich wie viele Baby nach meinem Patentonkel: Gottfried. Damit tue ich mich, tut man sich, nicht ganz so leicht. “Gottfried”, das reichte allenfalls zu einem Scherz in vorgerückter Stunde: “Ratet mal meinen zweiten Vornamen?” Kam natürlich niemand drauf. Abschluss mit brüllendem Gelächter. Es hätte schlimmer kommen können: Gottfried als erster Vorname. Da kenne ich bisher erst einen Namensvetter. Da ist ganz andere Kreativität gefordert. Im Falle meines Namesvetters: Streichung des göttlichen Teils und ein Leben als “Friedl”.