Archive for June, 2007

Jun 28 2007

Panzer zu Verschenken? Tank to donate?

Bin inzwischen im Mailverteiler der Clandestine Insurgent Rebell Clowns Army (C.I.R.C.A.). Heute erreicht mich über diesen Verteiler die herzliche Bitte der Space Hijackers , sie bei der Beschaffung eines Panzers zu unterstützen. Nun habe ich an mehreren Stellen gelesen, dass man in den neuen Bundesländern NVA- Nostalgiespielplätze mit geselligem Panzerfahren betreibt. Vielleicht lässt sich von dort etwas für die vom 11.-14. September 2007 in London stattfindende Waffenaustellung Defence Systems & Equipment International Exhibition 2007 (DSEi) und die hierzu geplanten Aktionen der Space Hijackers arrangieren. im Folgenden zunächst der Text in englisch und darunter die deutsche Übersetzung.

WE WANT A TANK, WE NEED A TANK, HELP THIS GOOD CAUSE!

Who are the Space Hijackers?
The Space Hijackers are a bunch of misfit troublemakers who have been kicking up a storm since 1999. We have held parties for 3000 people on the London Underground circle line, we have tricked Nike Town into a half price sale by printing our own “EVERYTHING INSTORE HALF PRICE TODAY” T-shirts and tidying up. We have bought a boat and invaded an island in the Docklands in London to host a pirate party and we have smashed the Capitalists for six in our midnight Anarchist Vs Capitalist cricket
tournaments.

What’s this all about?
There comes a time in every activist groups development when they realise that there is something missing in their set up. We have been striving to cause trouble, save the world and wind up the powers that be for 8 years now. However we still don’t own a tank, or indeed any kind of armoured personnel carrier.
Please help us right this wrong.

Why do you need a tank?
Every two years the ExCeL exhibition centre in East London plays host to DSEi, Europe’s largest arms fair. Representatives from all of the major arms manufacturers pimp their wares to rogue states, impoverished nations and invading armies with the full support of the UK government. In fact the police firearms squad tried to raid the fair in 2005 only to be turnedback by the government.

On the last two occasions we have attempted to infiltrate the fair, embarrass the dealers and cause a ruckus. In 2003, we caught the trains to the fair with the arms dealers. Suited up and looking business-like we pulled prosthetic limbs (arms) from our cases and attempted to sell them to the dealers. In 2005, worried about their obsession with phallic
objects such as rockets we attempted to sell sex toys to the dealers to make up for their lack of “weapons capabilities”. Generally however we are escorted out by the police.

This year we have decided to take things up a notch or ten. We want to buy a tank, we want to drive it into the arms fair! We don’t want to be shoved around by burly policemen any more. Can’t really say much more at the moment, but you get the gist.

What about after the Arms Fair?
Assuming they haven’t tested their anti tank missiles on us. We are an enterprising group, with mischief simply brimming out of our beer fuelled brains. We have many many many plans for the tank in the future, especially once we have kitted it out with a full sound system (which has already been donated!)

How can I help?
You can help by lending us one of your tanks if you have any spare.
You can help by offering us free secure parking for our tank.
You can help by lending us your mechanic skills to turn our gas guzzler into a bio diesel green tank.

Of course the simplest way of helping is by giving us a small amount of money towards the tank or by passing this email on to your rich mates and getting them to donate us a slightly larger amount of money.
Click on the link below to donate and forward this to your friends:
http://www.spacehijackers.org/tank

WIR WOLLEN EINEN PANZER; WIR BRAUCHEN EINEN PANZER;
HELFEN SIE DIESER GUTEN SACHE:

Wer sind die Space Hijackers?
Wir, die Space Hijackers sind ein Haufen randständiger Krawallmacher, die seit 1999 einen lebendigen Sturm entfacht haben. Wir haben Feten für 3000 Gäste auf der Londoner Ubahnlinie “Circle Line” veranstaltet. Den Nike Store in der Londoner City haben wir in ein “Halb Preis Paradies” verwandelt indem wir dem Personal beim Aufräumen ein wenig geholfen und dabei unsere selbst gebauten Tshirts “HEUTE ALLES ZUM HALBEN PREIS” getragen haben. Wir haben ein Schiff gekauft und eine Insel in den Docklands von London geentert um dort eine “Piraten Party” zu veranstalten. Und nicht zuletzt blieben wir Sieger mit sechs Punkten Vorsprung bei unseren Mitternacht Cricket Turnieren “Anarchisten ./. Kapitalisten in der Londoner City.

Genug der Vorrede.
In der Geschichte jeder Gruppe von Aktivisten gibt es den Zeitpunkt wo man bemerkt das etwas fehlt. Seit 8 Jahren versuchen wir Ärger zu machen, die Welt zu retten, und die Mächtigen dieser Welt auf zu mischen. Trotzdem besitzen wir immer noch keinen Panzer, um ehrlich zu sein: nicht einmal einen gepanzerten PKW.
Helfen Sie uns bitte diesem Missstand abzuhelfen.

Wozu wir einen Panzer brauchen?
Alle zwei Jahre findet auf dem Excel Ausstellungsgelände im Osten Londons die DSEi, Europas grösste Waffen Messe, statt. Die Aussendienstler aller Waffenschmieden dieser Welt verticken da ihren Warenbestand an Schurkenstaaten, verarmte Nationen und Invasionsarmeen weltweit. Das ganze mit breiter Unterstützung der britischen Regierung. Das Polizeikommisariat für “illegalen Waffenbesitz wollte im Jahr 2005 auf der Messe eine Razzia durchführen, wurde aber von der Regierung zurück gepfiffen.

Auf den letzten beiden DSEi Messen haben wir versucht uns ein zu schleichen, die Dealer zu verwirren und so für allgemeinen Krawall zu sorgen. 2003 haben wir in den Zügen zum Messegelände dem anreisenden Standpersonal versucht Prothesen zu verkaufen. 2003 verkauften wir Sex Spielzeug in Sorge über die Fixierung des Personals auf metallene Phallussymbole. Stets endeten unsere Aktionen damit, dass die Polizei uns vor die Tür setzte. Dieses Jahr wollen wir ein bis zehn Ticks zulegen. Wir planen einen Panzer zu kaufen und damit auf das Messegelände zu fahren. Wir haben es satt von bulligen Polizisten rum geschubst zu werden. Viel mehr können wir hier nicht enthüllen. Das Wesentliche haben Sie sicher verstanden.

Und nach der Ausstellung?
Nehmen wir mal an, die Aussteller haben ihre Anti Tank Raketen nicht an uns getestet. Wir sind eine unternehmungslustige Truppe deren Bier beduselten Gehirne vor Unfug nur so überlaufen. Und für einen Panzer gibt es natürlich schon jetzt jede Menge Pläne, insbesondere wenn er erst mit dem bereits gestifteten Soundsystem  ausgestattet ist.

Wie Sie uns helfen können?
Sie könnten uns einen Ihrer im Moment nicht benötigten Panzer ausleihen.
Sie könnten uns einen sicheren Gratisparkplatz für unser Fahrzeug anbieten.
Mit ihrem Fachverstand als Mechaniker könnten Sie unsere Spritschleuder in einen umweltfreundlich grünen Bio-Diesel Panzer umbauen.

Die einfachste Form der Hilfe besteht natürlich in einer kleinen Spende.
Oder geben Sie diesen Aufruf an ihre reichen Kumpels weiter und überzeugen Sie die, uns eine etwas grössere Summe zu spenden.  Mehr Infos über dieses Link:
http://www.spacehijackers.org/tank

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Jun 14 2007

Im Nachhinein - Hindsights

Published by Lothar Evers under Friends and Family

End of School. This evening we celebrate “Abiturzeugnis” for my son Paul. I made a little *.pdf on that occasion. Guy Kawasakis speech “Hindsight” plus a German translation I wrote during the last days.

Heute abend gibt es die Abizeugnisse. Die Schule ist aus. Für meinen Sohn Paul.
Als Dank an alle, die seinen Weg durch die Schulzeit begleiteten, gibt es heute abend ein kleines Heft. Kern ist die inspirierende Rede von Guy Kawasaki “Hindsights“. Sie findet sich im englischen Original in Kawasakis blog “How to change the world“. Seine zehn Punkte:

#10: Live off your parents as long as possible.
#9: Pursue joy, not happiness.
#8: Challenge the known and embrace the unknown.
#7: Learn to speak a foreign language, play a musical instrument, and play non-contact sports.
#6: Continue to learn.
#5: Learn to like yourself or change yourself until you can like yourself.
#4: Don’t get married too soon.
#3: Play to win and win to play.
#2: Obey the absolutes.
#1: Enjoy your family and friends before they are gone.

Aus Anlass des heutigen Abend habe ich die “Hindsights” vollstandig ins Deutsche übersetzt:

Hindsights
Im Nachhinein…
Heute hier vor Ihnen zu sprechen ist einer der Höhepunkte meines Lebens. Ich bin jetzt ca. 50 Jahre alt. Vor ungefähr 32 Jahren stand ich da, wo Sie jetzt sind. Damals hätte ich nie geglaubt, jemals 50 zu werden.
Heute hier Ihr Gastredner zu sein, macht mir auch Angst. Hätte bei meiner Abschlussfeier ein alter Sack von 50 seine Rede gehalten. Ich hätte ihm kein Wort geglaubt. Diese Rede soll nicht so langweilig werden, wie Sie befürchten. Sie wird kurz, bündig und alles andere als langweilig.
Der Titel meiner Rede lautet: „Im Nachhinein“ (Hindsights). Es geht um die Dinge die ich heute besser weiss, die ich heute anders machen würde, als vor 32 Jahren. Glauben Sie mir bitte nicht blind. Übernehmen sie meine Erfahrungen nicht als „die Wahrheit“. Hören Sie einfach nur zu. Vielleicht können meine Erfahrungen Ihnen ja doch ein kleines bisschen weiter helfen. Ich versuche eher im Ton eines „Harald Schmidt (David Letterman) vorzutragen. Ja, glauben Sie es ruhig, es gibt 50 Jährige, die sind tatsächlich um 23:00 Uhr noch nicht im Bett.

10. Leben Sie vom Geld Ihrer Eltern so lange es nur geht.
Ich war sowohl auf der High School als auch im College eine Ausgeburt an Fleiss. In 3 ½ Jahren bin ich durchs College gerast. Nie bin ich auf Reisen gegangen. Nie habe ich frei genommen. Das würde mir für meine spätere Arbeit nichts nützen und nur unnötig meine Examen verzögern. Dachte ich! Offen gesprochen: ich hab es selbst versiebt.
Sie arbeiten noch Ihr ganzes Leben lang. Kein Grund jetzt am Anfang in Hektik auszubrechen. Dehnen Sie ihre Studien auf College und Uni aus. Jetzt ist die Zeit, das Leben in vollen Zügen in sich einzusaugen. Jetzt, bevor Sie Kinder haben und die Raten für Eigenheim und Auto verdient sein wollen. Pausiern Sie mal ein Semester und reisen Sie in andere Kontinente. Machen Sie Jobs und Praktika für wenig Geld oder ganz umsonst. Erkunden Sie Ihre Leidenschaften mit den Groschen oder besser: Euros Ihrer Eltern. Plane Sie mindestens sechs Jahre auf College und Uni.

9. Streben Sie nach Freude, nicht nach Glück.
Das ist wohl die schwierigste Lektion von allen. Wahrscheinlich glauben Sie, das Ziel des Lebens sei es „glücklich zu sein“. Klar, Sie würden Opfer bringen müssen. Hart studieren und arbeiten. Aber im grossen und ganzen dürfte das schon klappen mit dem Glück. Ein schönes Haus, ein schnittiges Auto, einen gewissen materiellen Wohlstand. Bitte glauben Sie mir: Glück ist nicht von Dauer und eher flüchtig.
Freude hingegen stellt sich genau dann ein, wenn man sie nicht erwartet. Genau dann, wenn Sie die Interessen und Leidenschaften verfolgen, die eben vordergründig nichts mit Glück zu tun haben. Der Freude, nicht dem Glück zu folgen, das läuft die nächsten Jahre schlicht darauf hinaus, das zu studieren Sie das was Sie lieben.
Das wird Ihre Eltern vielleicht nicht begeistern. Als ich aufs College ging war ich Marketing getrieben. (…) Ich suchte mir die Studienfächer danach aus, wo es die grössten Karrierechancen gab. Das war einfach nur dumm. Man kann in der Welt auf so viele Arten sein Auskommen finden. Da kommt es nicht darauf an kein wichtiges Seminar ausgelassen zu haben. Nicht einer der KollegInnen in unserem Macintosh Team bei Apple hatte eine klassischen Abschluss im IT Bereich. Sie, liebe Eltern, tragen in diesem Bereich eine hohe Verantwortung. Zwingen Sie Ihre Kinder nicht, in ihre Fussstapfen zu treten.
Mein Vater war Senator in Hawai. Er hatte immer davon geträumt, Rechtsanwalt zu werden, es aber nie auf die Uni geschafft. Deshalb sollte ich Rechtsanwalt werden. Ihm zuliebe, habe ich mich für Jura eingeschrieben. Aber mir zu Liebe habe ich dieses Studium schon nach wenigen Wochen an den Nagel gehängt. Heute sehe ich das als schlagenden Beweiss für meine Intelligenz. Damals waren meine beiden Eltern nicht wütend. Sie liebten mich ganz genau so wie vor dieser Entscheidung.

8. Zweifeln Sie am Bekannten, begrüssen Sie das Unbekannte.
Einen der gössten Fehler in Ihrem Leben könnte darin bestehen, das Vertraute zu akzeptieren und sich dem Unbekannten zu verweigern. Besser fahren sie mit dem genauen Gegenteil: das Vertraute zu hinterfragen und demUunbekannten bereitwillig entgegen gehen.
Ich will Ihnen eine kleine Geschichte über Eis erzählen.
Ende des 19. Jahrhunderts gab es im Nordosten eine boomende Eisindustrie. Diese Firmen schnitten riesige Eisblöcke aus zugefrorenen Seen und Teichen und verkauften sie in die ganze Welt. Die grösste je verschiffte Eisladung ging nach Indien und umfasste 200 Tonnen. Davon kamen ungeschmolzen nur 100 Tonnen an. Das reichte für einen satten Gewinn. Diese Form der Eisernte verlor ihren Markt als andere Firmen mechanische Eismaschinen erfanden. Da gab keinerlei Grund mehr, Eis aus Seen zu schneiden. Man konnte es jetzt überall und zu jeder Jahreszeit herstellen. Diese neuen Eisfabrikanten wiederum wurden von den Kühlschrankherstellern abgelöst. Eis in der Eisfabrik herzustellen war praktisch. Aber kein Vergleich dazu dass es jetzt in jedem Haushalt einen Kühlschrank gab.
Man sollte nun glauben, die traditionellen Eis erntenden Firmen hätten die Chancen der dezentralen Eisherstellung als erste erkennen und für sich nutzen können. Keineswegs, das einzige was ihnen einfiel waren: bessere Sägen, bessere Lagerhaltung, besserer Transport. Auch den Fortschritt „Kühlschrank“ haben die traditionellen Eishersteller glatt verschlafen. Sie waren schlicht unfähig den Fortschritt zu begrüssen. Hielten stattdessen an ihren eingefahrenen Denkschleifen fest.
Hinterfragen Sie scheinbar bekanntes, freuen Sie sich auf das Unbekannte sonst könnte es Ihnen wie den ausgestorbenen Eissägern ergehen

7. Lernen Sie eine Fremdsprache, spielen Sie ein Musikinstrument und praktizieren Sie einen Sport ohne Körperkontakt.
Lernen Sie eine Fremdsprache.
Ich habe auf der High School Latein gelernt. Ich dachte so könnte ich meinen Vokabelschatz erweitern. Das hat auch funktioniert. Nur, glauben Sie mir bitte auch: eine ein Gespräch in Latein ausserhalb des Vatikan ist so gut wie unmöglich. Ich hab mir grösste Mühe gegeben. Der Papst hat aber bisher noch nicht nbei mir angefragt. Latein hatte schon seinen Wert. Aber eine lebendige Sprache wäre auch nicht schlecht.
Lernen Sie ein Musikinstrument
Meine einzige Beziehung zur Musikinstrument heute ist, dass ich meinen Vornamen nach Guy Lombardo trage. Immer noch besser, als nach Guys Bruder getauft zu sein, und heute Carmen zu heissen. Hätte ich ein Musikinstrument gelernt: es würde mich heute begleiten und zwar für immer. Stattdessen muss ich mir heute bei Saturn (Tower Records) CDs kaufen.
Praktizieren Sie einen Sport ohne Körperkontakt.
Früher habe ich Football gespielt. Ich liebte Football. Football ist macho. Ich war „Middle Linebacker“, eine der machomässigsten Positionen in einem Machospiel. Sie sollten jedoch auch einen Sport wie Hockey, Basketball oder Tennis lernen. Einen Sport den Sie auch noch spielen können wenn die Leistung nachlässt. Mit 50, glauben Sie mir, ist es ungefähr so schwierig 22 Typen für eine Partie Football ins Stadion zu bringen, wie gepflegt in Latein zu parlieren. Aber die Leute in ihren niedlich weissen Tennisoutfits, die spielen immer noch. Und wir, die macho Football Helden sitzen zu Hause vorm Fernseher und trinken Bier.

6. Lernen Sie weiter.
Lernen ist kein einmaliges Ereignis, es ist ein Prozess. Als ich mein Examen hatte, dachte ich, jetzt sei Schluss mit Lernen. Das stimmt nicht. Sie sollten nie aufhören zu lernen. Hat man die Schule erst einmal hinter sich, wird es in Wahrheit leichter zu lernen. Man sieht die Notwendigkeit des Lernens dann unmittelbarer. Jetzt lernen Sie auf Kosten Ihrer Eltern organisiert in einer auf Lernen und Lehren spezialisierten Institution. Aber bitte verwechseln Sie Schule und Uni nicht mit Lernen. Sie können Jahre dort verbringen und nichts, aber auch gar nichts lernen. Und sie können völlig ohne Schule unglaubliche Dinge rausfinden.

5. Lernen Sie sich zu mögen oder: ändern sie sich, bis Sie sich mögen.
Eine vierzigjährige bekannte von mir war von Drogen abhängig. Sie ist dreifache Mutter. Auf die Drogenspur kam sie durch kiffen auf der Oberstufe. Hier folgt jetzt keine Ermahnung, keine Drogen zu nehmen. Auch ich habe vor dem Abi gekifft. Nicht nach der „Methode Bill Clinton“. Ich hab nicht nur inhaliert, sondern im Gegensatz zu ihm das Zeug auch wieder ausgeatmet.
Die erwähnte Bekannte hat, so erzählte sie mir, mit den Drogen angefangen, weil sie sich im nüchternen zustand einfach nur gehasst habe. Nein, sie fand Drogen nicht toll. Sie hasste sich, abgrundtief. Die Drogen waren also nicht die Ursache, sie hielt sie nur damals für die Lösung. Sie hat ihr Leben erst wieder in den Griff bekommen, als ihr klar wurde in welche Abwärtsspirale sie sich begeben hatte.
Bitte bekommen Sie Ihre Probleme und Ihr Leben in den Griff. Dann können Sie auf Drogen verzichten. Drogen sind weder die Lösung noch das Problem. Offen gesagt: Rauchen, Drogen, Alkohol, all das, wie auch der Gebrauch von IBM PCs ist einfach ein Zeichen von Dummheit. Ende der Diskussion.

4. Heiraten Sie nicht zu bald.
Ich habe mit 22 Jahren geheiratet. Das war ungefähr im richtigen Alter. Vorher wissen Sie noch gar nicht, wer sie eigentlich sind. Und ebenso nicht, wen Sie da eigentlich heiraten. In meinem Bekanntenkreis ist niemand, der zu spät geheiratet hätte. Aber viele die zu jung waren, als sie heirateten. Wenn Sie sich entscheiden zu heiraten, vergessen Sie nicht, ihren Partner als die Person zu akzeptieren, die sie heute ist.

3. Spielen Sie um zu gewinnen und gewinnen Sie um zu spielen.
Auf Sieg zu spielen gehört zu den schönsten Dingen des Lebens. So können sie Ihr Potential ausleben. So können Sie die Welt verbessern und, jedenfalls üblicherweise auch die Chancen für alle anderen fortentwickeln.
Was aber, wenn Sie verlieren? Dann scheitern Sie bitte, beim Versuch etwas Bedeutendes zu erreichen. Avinash Dixit, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Uni in Princeton, und Barry Nalebuff, Professor für Wirtschaft und Management an der Yale School of Organization and Management, haben es so ausgedrückt:
„Wenn Sie schon scheitern, dann können Sie das auch gleich bei einer schwierigen Aufgabe erledigen. Erfolglosigkeit führt dazu, dass andere ihre Erwartungen in Sie zurückschrauben. In welchem Umfang das geschieht, hängt nicht zuletzt von Ihrem Einsatz ab.“ In seiner reinsten Form wird der Sieg nur zum Hilfsmittel, sich selbst und seine Wettbewerber fort zu entwickeln. Sieger zu sein ist auch eine hervorragende Gelegenheit, das nächste Spiel zu wagen.
Das noch unerforschte Leben ist vielleicht nicht wert gelebt zu werden. Aber das ungelebte Leben ist mit Sicherheit nicht wert, erforscht zu werden. Die Preise für den Sieg: Geld, Macht, Befriedigung und Selbstvertrauen sollte man nicht einfach vergeuden. Deshalb stellt sich ihnen ausser der Aufgabe „zu spielen um zu gewinnen“eine zweite, wichtigere Verpflichtung: erneut in den Wettbewerb einzusteigen mit aller Tiefe, Weite und Höhe, die Ihnen zur Verfügung steht. Denn letztendlich sind immer noch Sie selbst ihre grösste Herausforderung.

2. Folgen Sie dem Absoluten.
Auf Sieg spielen heisst nicht etwa, mit schmutzigen Tricks zu spielen. Mit zunehmendem Alter bemerkt man, dass sich die Dinge vom Absoluten zum Relativen ändern. Als Sie noch ein Kind waren, war zu lügen, zu betrügen, oder zu stehlen, absolut falsch.
Je älter Sie, insbesondere nachdem Sie ins Arbeitsleben eintreten, werden, kommen Sie in die Versuchung in relativen Begriffen zu denken. Ich verdiene mehr, fahre ein schöneres Auto, konnte mir die tollere Reise leisten.
„Schliesslich habe ich nicht so schlimm betrogen, wie meine Geschäftspartner. „Waren ja nur ein paar Drinks, schliesslich nehme ich kein Kokain.“ „ Meine Reisekostenabrechnung ist jedenfalls nicht so dreist gefälscht wie die der anderen.“, so redet man sich ein. Diese Haltung ist falsch, komplett falsch. Achten und beachten Sie absolute Werte. Wenn Sie erst gar nicht mit Lügen, Betrügen und Stehlen anfangen, müssen Sie sich später nicht daran erinnert, wen Sie belogen, wie sie betrogen, und was Sie gestohlen haben. Ja, es gibt Richtig und Falsch. Absolut!

1. Geniessen Sie Ihre Familie und Freunde, solange sie noch da sind.
Hier komt zum Schluss meine wichtigste Einsicht, im Nachhinein. Da braucht man auch nicht viel zu erklären. Deshalb werde ich diese Erkenntnis nur noch einmal wiederholen: Freuen Sie sich mit und an Ihrer Familie und Ihren Freunden solange sie noch nicht fort gegangen sind. Nichts, kein Geld, keine Macht und kein Ruhm, kann Ihre Familie oder Ihre Freunde ersetzen oder sie gar zurück bringen wenn sie gegangen sind.
Unsere grösste Freudein der Familie war unser Baby und ich sage Ihnen voraus: Kinder werden die grösste Freude auch in Ihrem Leben sein. (Natürlich besonders dann -liebe Eltern- wenn sie in vier Jahren dann auch ihren Collegeabschluss haben.
Und jetzt gebe ich Ihnen noch eine letzte „Einsicht im Rückblick“. Wahrscheinlich habe ich Ihre Eltern heute schon tausende Dollars gekostet. Dieser letzte „hindsight“, ich hasse es zugeben zu müssen, lautet:
Im Grossen und Ganzen werden sie, je älter sie werden, bemwerken, dass Ihre Eltern recht hatten. Das Sie, zunehmend (wie) Ihre Eltern werden. Sie sagen jetzt alle: „Ja, Ja, alles klar.“ Denken Sie an meine Worte.
Und: erinnern Sie sich an diese zehn Sätze. Wenn nur einer dieser Sätze Ihnen hilft, einem von Ihnen hilft, hat sich meine Rede heute Abend gelohnt.

10. Leben Sie vom Geld Ihrer Eltern so lange es nur geht.
9. Streben Sie nach Freude, nicht nach Glück.
8. Zweifeln Sie am Bekannten, begrüssen Sie das Unbekannte.
7. Lernen Sie eine Fremdsprache, spielen Sie ein Musikinstrument und spielen Sie einen Sport ohne Körperkontakt.
6. Lernen Sie weiter.
5. Lernen Sie sich zu mögen oder sich so zu ändern, bis Sie sich mögen können.
4. Heiraten Sie nicht zu bald.
3. Spielen Sie um zu gewinnen und gewinnen Sie um zu spielen.
2. Folgen Sie dem Absoluten.
1. Geniessen Sie Ihre Familie und Ihre Freund, solange sie noch da sind.

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Jun 12 2007

Muss es immer erst knallen?

Published by Lothar Evers under Shoah, ...in the News

Die Pläne, das Kuratorium der Zwangsarbeiterstiftung “Erinnerung Verantwortung und Zukunft” fest in deutsche Hand zu überführen, scheinen vom Tisch. Jedenfalls rudert Dieter Wiefelspütz, innenpolitischer Sprecher der SPD, der den Ausschluss der NS-Verfolgten und ihrer Heimatländer zunächst mit getragen hatte zurück.
Berichtet die “Berliner Zeitung“.

It seems that at least the SPD has realized that it was not such idea to exclude the organizations of Nazi victims from the German forced labor foundation: reports today the “Berliner Zeitung“.

Ausserdem in der “TAZ” von heute zum Abschluss der Auszahlungen ein Interview mit Professor Ulrich Herbert:

Und wer darf diesen Erfolg für sich verbuchen? Rot-Grün? Die Öffentlichkeit? Oder war es der Druck der Klagen in den USA gegen deutsche Firmen?
Alles drei in gleichem Maße. In der Öffentlichkeit wurde das Thema schon in den 80ern diskutiert. Die Klagen haben die Firmen unter Druck gesetzt, Rot-Grün hat die Entschädigung durchgesetzt. Übersehen wurde aber oft, dass es bei den Sammelklagen in den USA nur um Juden ging - doch 95 Prozent der Zwangsarbeiter waren keine Juden. Rot-Grün wollte anfangs, mangels historischer Kenntnis, auch nur jüdische Zwangsarbeiter entschädigen. Es war ein Verdienst der viel geschmähten Anwälte, vor allem von Michael Hausfeld, auch nicht jüdische Zwangsarbeiter zu vertreten. Das war der Durchbruch für die Entschädigung osteuropäischer Opfer.

Die Bilanz von Otto Graf Lambsdorff findet sich in der “Welt”:

WELT ONLINE: Hat die heikle Arbeit, die Entschädigung ehemaliger NS-Zwangsarbeiter international auszuhandeln, Ihr Geschichtsverständnis verändert?
Otto Graf Lambsdorff: Mein Geschichtsverständnis hat sich insofern verändert, als ich sehr viel näher an das Schicksal von Menschen herangekommen bin, die unter der nationalsozialistischen Zwangsherrschaft höchst persönlich gelitten haben. Die Fakten waren ja eigentlich nicht neu, wir kennen das aus Büchern, dem Fernsehen, Filmen. Aber mit so vielen früheren Zwangs- und Sklavenarbeitern selbst zu sprechen, macht ihr Schicksal noch einmal viel authentischer. (…)
WELT ONLINE: Dem deutschen Recht ist die Sammelklage bislang – im Gegensatz zu den USA – weitgehend fremd. Sollte die Sammelklage auch in Deutschland stärker akzeptiert werden?
Lambsdorff: Das ist eine interessante Frage, die weit über das Thema Zwangsarbeiter hinausgeht. Meine Meinung: Wenn tausende geschädigte Aktionäre irgendeiner Aktiengesellschaft über das Instrument der Sammelklage Ansprüche durchsetzen können, begrüße ich das durchaus. Es gibt solche Möglichkeiten auch schon im deutschen Recht.

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Jun 09 2007

C.I.R.C.A

Published by Lothar Evers under ...in the News

We need you for C.I.R.C.A.s Clowns Army

Das meiste was wir in Heiligendamm zu sehen bekamen liess sich leicht vorhersagen:

  • die Arroganz der Macht
  • spektakuläre Stunts vor laufender Fernsehkamera von Greenpeace
  • die obligatorischen open air Konzerte gegen den Hunger
  • die militärischen Zusammenstösse zwischen Polizei und Schwarzen Blocks

Das hoffnungsvolle neue Element -jedenfalls für mich- waren die Clownbatanten von C.I.R.C.A. Diese Abkürzung steht für “Clandestine Insurgent Clowns Army“, was man in Deutsch am besten als “Klammheimliche Rebellen Clown Armee” übersetzen könnte. Hier erlebten wir eine organisierte, ja exerzierte Form der politischen Intervention bei gleichzeitig weitgehender Individualität der handelnden Subjekte. Klingt abstrakt, lässt sich aber gut an diesem kurzen Video studieren: Clowns zwischen Polizeisperre und schwarzem Block:

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Recherchiert man auf C.I.R.C.A.s website clownarmy.org bemerkt man sofort: diese Clowns sind alles andere als dumm. Da finden sich Zitate von Chogyam Trungpa Rimpoche neben denen von Dario Fo, Walter Benjamin spricht mit Abbie Hoffman. Mein Lieblingszitat stammt von Adrien Wettach, der Welt besser bekannt unter seinem Clownnamen, Grock:

Ich gehe erst raus auf die Bühne, wenn mein Panzer des Selbstschutzes von mir abgefallen ist. Dann bin ich aufnahmefähig wie eine Mimose. Dann gibt es einfach nichts mehr, was ich nicht spüre, nichts auf das ich nicht reagieren könnte.

Es ist lohnend tiefer in den politischen und philosophische Hintergrund von C.I.R.C.A. einzusteigen.Kolonel Klepto Auf der erwähnten Webseite finden sich einige ausführliche Artikel. u.a von Kolonel Klepto, den wir hier bei einem seiner Einsätze als Clownbatant sehen. Überhaupt sind die Clowns Meister des Wortspiels. Den Krieg in dem sie kämpfen ist der “War against Error“. Den Namen der Clownsarmee assoziieren sie wie folgt:

  • Clandestine: wir verweigern uns der Inszenierung von Prominenz;
  • Insurgent: wenn wir stolpern und stürzen, stehen wir gleich wieder auf, und wieder auf, und wieder auf;
  • Rebels: wir verweigern denen, die Macht horten und missbrauchen, unseren Gehorsam und desertieren von ihnen: für immer;
  • Clowns: wir können alles überleben und uns alles erlauben;
  • Army: nur eine Armee kann dem absurden Krieg den absurden Krieg erklären;

Zusammengefasst findet sich die Strategie in den Passagen des folgenden Textes, den man getrost als Manifest der Rebellenclowns verstehen kann:

C.I.R.C.A. ist keineswegs eine weitere Entschuldigung sich aufzutakeln und so Farbe und Lachen in die grauen Reihen der Protestbewegung zu bringen. Wir sind kein abgerissener Haufen von Aktivisten, mit Pappnasen, einem Klecks Schminke, Militärhosen und geschmacklosen Perücken. Wir sind eine hoch disziplinierte Armee best ausgebildeter Clowns, eine Miliz echter Narren, ein Battailon geborener Buffos. C.I.R.C.A.’s, Kämpfer spielen nicht Clowns, sie sind Clowns, echte Clowns. Clowns, die aus der blutleeren Sicherheit des Zirkus abgehauen sind, die ihre Zeit nicht länger auf banalen Kinderparties vergeuden. Diese Narren haben ihre Zepter weggeworfen, die Ketten, die sie an den Thron fesselten, gesprengt. C.I.R.C.A. macht Clown sein wieder gefährlich. Wir bringen die Narren zurück auf die Strasse, rekonstruieren ihren Ungehorsam und geben ihnen so ihre ursprüngliche soziale Funktion zurück: Gesellschaft zu stören, zu kritisieren und (dadurch) zu heilen. Wir sind genau das; circa:
ungefähr und ambivalent, weder hier noch dort, aber exakt am mächtigsten aller Orte, dazwischen: mittendrin zwischen Ordnung und Chaos.
Run away from the Circus!

Spielen Sie mit dem Gedanken, sich als Freiwilliger im “War against Error” zu engagieren? Hier ist das offizielle Rekrutierungsvideo:

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Jun 08 2007

Run away from the circus, or:

Published by Lothar Evers under ...in the News

We need you for C.I.R.C.A.s Clowns Armysend in the clowns.
Most of what happened in and outside the fence at Heiligendamms G8 Summit was easy to predict:

  • arogance of the mighty
  • spectacular video shots by Greenpeace
  • open air concerts by many a popstar
  • military clashes between black blocks
    and the police

Surprising at least for me were new intervention by the Clandestine Insurgent Clowns Army (C.I.R.C.A.) and its clownbatants during these days. They practiced a most organized and at the same time extremely individualistic form of political intervention between the armored blocks. That can be studied in great detail in this video study:

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If you have a look at C.I.R.C.A.s website clownarmy.org you immediately realise that here are “clowns with a thought”. You will find quotes from Chogyam Trungpa Rimpoche beside Dario Fo, Walter Benjamin in touch with Abbie Hoffman. My favorite quote comes from Adrien Wettach, better known to the world as clown Grock:

No sooner do I get upon the stage than all my self-protective armour peels away from me and I am a recording instrument as sensitive as a mimosa plant. There is nothing I cannot feel and nothing I do not react to.

It is worth while to get deeper into C.I.R.C.A.s theory and strategies, so read for yourself. Kolonel KleptoBut if you do not have time, here is an explanation of the armys name:

  • Clandestine: we refuse the spectacle of celebrity;
  • Insurgent: whenever we fall over we rise up again and again;
  • Rebels: we will always desert and disobey those who abuse and accumulate power;
  • Clowns: we can survive everything and get away with anything;
  • Army: only an army can declare absurd war on absud war;

Which leads to the following appealing political manifesto:

C.I.R.C.A. is not another excuse to dress up and bring colour and laughter to the grey ranks of protests. It isn’t just a ragged bunch of activists sporting false noses, a smudge of grease paint, camouflage pants and bad wigs, but a highly disciplined army of immaculately trained clowns, a militia of authentic fools, a battalion of natural buffoons.
C.I.R.C.A.’s combatants don’t pretend to be clowns, they are clowns, real clowns. Clowns that have run away from the anemic safety of the circus and escaped the banality of kids parties, Fools that have thrown away their sceptres and broken the chains that shackled them to the throne. C.I.R.C.A. aims to make clowning dangerous again, to bring it back to the street, reclaim its disobedience and give it back the social function it once had: its ability to disrupt, critique and heal society. (….) We are circa because we are approximate and ambivalent, neither here nor there, but in the most powerful of all places, the place in-between order and chaos.
Run away from the Circus!

So if you should be tempted to join the army, here is the “official” recruitment video:

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