May
28
2007
Am 21. April habe ich ich hier meine Anmerkungen zum Hungertod von Sascha K. in Speyer veröffentlicht: “Tod eines Kunden…” .
Saschas einsamer Tod in Speyer verweist jenseits aller Sensationsgier und Empörung auf den gefährlichen Strukturwandel nach Hartz IV: die Kommunen sind froh, ihre arbeitsfähigen Sozialhilfeempfänger an die Arbeitsverwaltung abspielen zu können. Diese regelt Kundenbeziehungen mit denjenigen, die stark und leistungsfähig genug sind, im bürokratischen Zirkus nach Hartz IV durchzuhalten.
Bei diesem Scenario gibt es einen grossen Verlierer: diejenigen, die diesem Spiel nicht gewachsen sind. Für sie gabe es früher ein Rückfahrticket in die Welt der Fürsorge. Rechtlich ist die Sozialhilfe auch heute für sie zuständig. Zuständig für diese Rückkehr aus der Sackgasse fühlt sich dafür, nicht nur in Speyer: niemand.
“Tutto a posto, niente in ordine!”.
Zum gleichen Ergebnis kommt Klaus Dörner in seinem neuen Buch “Leben und Sterben, wo ich hingehöre; Dritter Sozialraum und neues Hilfesystem”:
An der Umorganisation der Arbeitsverwaltung können wir studieren, wie bisherige Vorstellungen des Standes- oder Klassen- Staats, wo zwischen “oben” und “unten” unterschieden wird, dabei aber fürsorge-staatlich niemand verloren gehen kann, ersetzt werden durch Ordnungsvorstellungen, die zwischen “drinnen” und “draussen” unterscheiden, als ob es sich bei der Gesellschaft um eine Zentrifuge handele, deren mal schnellere, mal langsamere Umdrehungen unterscheiden zwischen den Etablierten (”Inklusion”), der immer prekären Lage der Randgruppen, und den dann systemlogisch immer auch notwendigen Ausgeschlossenen, Ausgegrenzten, Überflüssigen, die im sozialen Niemandsland oder auch Feindesland leben(…).
Leben und sterben, wo ich hingehöre. Dritter Sozialraum und neues Hilfesystem
May
24
2007
inzwischen ist hier auch der Text des Gesetzentwurfes von SPD und CDU Fraktion eingetroffen.
Man kann ihn hier downloaden:
Gesetzentwurf
May
24
2007
Habe seit ewigen Zeiten keinen Leserbrief mehr geschrieben.
Bis gerade. An die Junge Welt:
Von oben herab…
So hätten Sie es gerne:
die Entschädigung der NS-Zwangsarbeiter als huldvolle Geste der Deutschen Wirtschaft und der Bundesregierung. Treten wir also noch einmal an. machen wir Ihnen klar, dass auch die Mittel des Zukunftsfonds der Zwangsarbeiterstiftung den Überlebenden gehören. Sie haben Jahrzehnte für diese Kompensation kämpfen müssen. Sie haben in einem Kraftakt die zehn Milliarden DM von Staat und Wirtschaft erstritten. Diese Summe war ein historischer Kompromiss. Das sollte jetzt nicht in Vergessenheit geraten. Deshalb hoffe ich sehr, dass die Akteure von damals in den Parteien und Nichtregierungsorganisationen noch einmal antreten, um diesen Gesetzentwurf zu verhindern.
A l’arme!
Lothar Evers
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English summary:
my first letter to a newspaper since ages:
calling to keep up the struggle against the exclusion of survivors from the German slavelabor foundation.
May
24
2007
Die Bundesregierung und die sie tragenden Koalitionsfraktionen wollen die Stiftung “Erinnerung Verantwortung und Zukunft” umbauen.
Berichtet Ulla Jelpke in der heutigen Ausgabe der “Jungen Welt”:
Dem Kuratorium (werden) nahezu alle bisherigen Befugnisse entzogen, während ein neu zu schaffender Stiftungsrat künftig das eigentliche Entscheidungsorgan sein soll. Dort sitzen nur noch zwei Vertreter des Bundestags (womit man bequem die Opposition ganz außen vor lassen kann), der vom Bundeskanzler bestellte Vorsitzende, zwei Repräsentanten der Regierung und drei der deutschen Wirtschaft.
Repräsentanten (…) der US-amerikanischen Klägeranwälte, des UN-Hochkommissars für Flüchtlinge (UNHCR), der International Organization for Migration (IOM) und des Bundesverbands Information und Beratung für NS-Verfolgte (…) sollen nach den Plänen von CDU/CSU und SPD keinen Platz mehr im Kuratorium haben. Begründung: Die Entschädigungen seien nun abgeschlossen, und es gehe nur noch um den »Zukunftsfonds«, der der Erinnerung an die Verbrechen dient. Auch (soll) der Bundestag ins Kuratorium nur noch vier (statt bisher fünf) Mitglieder entsenden (…) obwohl dem Parlament fünf Fraktionen angehören.
Diese Modell hatten Bundesregierung und Wirtschaft schon bei der Gründung der Stiftung favorisiert: stiften gehen nach Gutsherrenart. Reichen unsere Kräfte heute, diese Revision zu verhindern?
A l’arme!
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English summary:
German government and economy want to change: the bylaws of the foundation for victims of Nazi forced and slave labor. For the future the survivors and their organisations shall be excluded from the foundations governing body (the kuratorium). That had always been favored by the German side: pretend to be gracious founders instead of being responsible for Nazi atrocities.
May
23
2007
…completly different, hiess es bei Monty Python immer.
Das schnöde Thema “Geld verdienen”, damit beschäftigt zur Zeit vier Mitglieder unseres Familienverbundes. Ziel: ein kleiner Familienbetrieb im Cyberspace , dessen Konzept hier leider nicht öffentlicht werden kann.
Nur soviel: als Pilotprojekt es entsteht eine Seite zum Thema “Lego Star Wars”.
Und die, bzw unser “work in progress” kann man sich hier ansehen:
starwarslego.info
Four members of my family try to establish a “family business in cyber space”. Concepts not to be revealed,
but:
our first webpage will focus on:
starwarslego.info